Endlich ein Schoppen im Freien

Corona-Lockerungen in Offenbach: Außengastronomie darf wieder öffnen

Noch sind die Schotten dicht: Doch bei Stefan Klemisch, Inhaber der Brasserie beau d’eau und des benachbarten Gasthauses zum Stern, laufen die Vorbereitungen für die Öffnung auf Hochtouren. Bis Sonntag ist all das, was anfällt, für ihn nicht umsetzbar, also geht es erst am Montag los.
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Noch sind die Schotten dicht: Doch bei Stefan Klemisch, Inhaber der Brasserie beau d’eau und des benachbarten Gasthauses zum Stern, laufen die Vorbereitungen für die Öffnung auf Hochtouren. Bis Sonntag ist all das, was anfällt, für ihn nicht umsetzbar, also geht es erst am Montag los.

Endlich kommen auch in Offenbach erste Corona-Lockerungen. Besonders wichtig: Auch die Gastronomie darf wieder ihre Außenbereiche öffnen. Eine Bestandsaufnahme.

Offenbach – „Die Saison ist gerettet!“ – Die Freude ist bei Christine Rerahanessian, Betriebsleiterin des Bootshauses in Bürgel, nicht zu überhören. Ab Sonntag ist im Stadtgebiet erlaubt, was im Kreis schon seit einigen Tagen wieder praktiziert wird: Die Gaststätten dürfen ihre Außenbereiche öffnen.

Nachdem monatelang die Inzidenz in Offenbach traurige Spitzenwerte erzielte, liegt sie nun fünf Werktage in Folge unter dem Schwellenwert von 100 auf 100 000 Einwohner. Und somit gelten in der Stadt ab Sonntag Lockerungen vom strengen Corona-Schutzkonzept des Landes. Wichtigster Punkt ist dabei sicherlich die Möglichkeit für Wirte, in Außenbereichen wie Biergärten Gäste bewirten zu dürfen.

Corona in Offenbach: Trotz Lockerungen gelten strenge Auflagen für Außengastronomie

Doch bei aller Vorfreude auf einen Schoppen Wein oder ein Glas Bier im Freien sollte nicht vergessen werden, dass die Corona-Pandemie noch längst nicht überwunden ist: Für die Bewirtung gelten weiterhin strenge Auflagen. So müssen Abstände eingehalten, die Kontaktdaten der Gäste erfasst werden und die Gäste müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Ohne den gibt es weder ein Geripptes noch eine Bratwurst.

Am Bürgeler Bootshaus sind die Bestimmungen besonders leicht einzuhalten. „Wir haben das Testzentrum in direkter Nähe: Die Leute können spontan kommen, sich testen lassen, einen kurzen Spaziergang machen und dann bestellen“, sagt Christine Rerahanessian. Am Sonntag werden allerdings nur zwölf Tische in der Laube zur Verfügung stehen, der komplette Außenbereich wird erst am Montag geöffnet.

Außengastronomie in Offenbach: Unklar, wie viele Gäaste tatsächlich kommen

„Die letzten Monate waren eine harte Zeit, aber nun können alle wieder öffnen, das ist für die ganze Branche gut“, sagt sie. Da einige der Servicekräfte sich während der Schließung andere Jobs besorgt hätten, würde noch Ersatz gesucht. „Leider mussten wir auch an Vorräten in der Vergangenheit einiges wegwerfen – manches konnten wir aufbrauchen, aber leider musste Fassbier oder Cola entsorgt werden, da es abgelaufen war.“

Servicekräfte werden auch bei der Käsmühle gesucht, die ebenfalls am Sonntag wieder öffnet. Die Tische seien so aufgestellt worden, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Zur Öffnung gibt es jedoch zunächst nur eine reduzierte Karte, wie Geschäftsführer Matthias Federau sagt: Denn noch wisse man nicht, mit wie vielen Gästen zu rechnen sei – durch die abgespeckte Karte soll vermieden werden, dass Lebensmittel übrig bleiben und entsorgt werden müssen.

Offenbach: Nicht alle öffnen direkt am Sonntag wieder

Ein beliebter Platz für ein Schwätzchen mit Essen und Getränken im Freien ist auch das Kulturzentrum Hafen 2. Dessen Café wird, so schreibt es der Betreiberverein auf seinem Internetauftritt, am Sonntag ab 14 Uhr ebenfalls wieder den Außenbereich bewirtschaften. Wegen der Baustelle vor Ort wird der Einlass jedoch nur am Ost-Tor sein.

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Auch bei den Gastronomen am Wilhelmsplatz ist die Freude groß über die nun bevorstehende Öffnung. Dennoch gehen längst nicht alle gleich am Sonntag wieder in die Vollen. So hat etwa Markthaus-Wirt Eric Münch entschieden, erst am kommenden Dienstag seinen Außenbereich zu öffnen. „Wir haben Montag Ruhetag. Und Sonntag zu öffnen, um am Tag darauf wieder zu schließen, macht wenig Sinn“, sagt Münch. Er wartet also lieber. „Dann können wir auch frisch auf dem Markt einkaufen.“ Startklar ist der Wirt aber definitiv. Weil das Markthaus die ganze Zeit über Speisen und Getränke zum Abholen angeboten habe, sei es ihm möglich gewesen, sein Personal zu halten. „Für viele andere ist das aber ein Problem“, das weiß er. Aber auch Münch hat Sorgen, etwa was die Kontrolle der Auflagen angeht oder das Wetter. „Es rechnet sich für uns nur, wenn das Wetter besser ist als die ganze Zeit.“

Außengastronomie: Betreiber aus Offenbach erwartet keinen großen Gewinn

Stefan Klemisch, Inhaber der Brasserie beau d’eau und des benachbarten Gasthauses zum Stern, verschiebt die Öffnung seiner beiden Lokale am Wilhelmsplatz ebenfalls, dort geht es am Montag wieder los. „Sonntag ist zeitlich für uns einfach nicht drin“, sagt er. Auch er habe Probleme mit der Personalbeschaffung, außerdem wolle er montags frische Ware besorgen, um seine Gäste wie üblich bewirten zu können. Abstriche will er nicht machen. Klar ist für ihn aber auch: „Wir werden da keinen großen Gewinn haben.“ Das aber sei nun erst einmal nicht die Frage. „Wir sind froh, wieder arbeiten zu können.“ (Lena Jochum und Frank Sommer)

Einige Zeit sah es so aus, als könnten sich die Corona-Lockerungen für die Gastronomie in Offenbach verzögern. Die Außengastronomie im Kreis Offenbach konnte wegen der niedrigen Inzidenz schon viel früher wieder öffnen.

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