Bauarbeiten

Bahnbrücke wird erneuert - Lärmschutzwände kommen

Die Bahnbrücke an der Bieberer Straße mit dem charakteristischen Metallfachwerk
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Die charakteristischen Metallstreben an der Brücke sollen laut Planung beim Neubau deutlich größer ausfallen.

Was einst als zukunftsweisend gefeiert wurde, kann sich später als Problemfall entpuppen: So etwa der Offenbacher Bahndamm samt Brücken und Viaduktbögen. Einst am Rand gelegen, zerschneidet die Bahnstrecke heute die Innenstadt, Anwohner klagen nicht nur über Lärmbelastung, auch die Vibration der vorbeifahrenden Züge ist ein stetes Ärgernis.

Offenbach - Abhilfe gegen Lärm soll die seit Jahren geplante Sanierung der Trasse samt Schallschutzmaßnahmen schaffen. Anfang vergangenen Jahres brachten die Bürger ihre Anliegen vor, die in die Planungsvorgaben der Stadt an die Deutsche Bahn übermittelt werden. „Momentan stellt die Bahn noch ihre Unterlagen für die Planfeststellung zusammen“, sagt Marion Rüber-Steins, Referatsleiterin Stadtentwicklung bei der Stadt Offenbach, „wir hoffen, dass die Planfeststellung dieses Jahr eröffnet werden kann.“

Die Stadt hat gleich mehrere Vorgaben für die Planung an die DB Netz AG gemacht: So sollen unter anderem die Lärmschutzwände nach Möglichkeit begrünt werden, außer an den Stellen, an denen die Stadt in Abstimmung mit den Bürgerwünschen transparente Lärmschutzwände wünscht.

Dabei zeigt sich schon das grundlegende Problem: Die Stadt kann Vorgaben nur vorschlagen, aber nicht festschreiben. Ob diese von der DB Netz AG umgesetzt werden, liegt allein in deren Ermessen. Zumal der Bahndamm auch dem Denkmalschutz unterliegt, doch auch hier muss zwischen kommunalem und bahntechnischem Schutz unterschieden werden. „Alle Bahnimmobilien werden in einer eigenen Denkmaltopografie erfasst, für die die Bahn verantwortlich zeichnet“, sagt Rüber-Steins. Die Stadt kann hier also nur Empfehlungen aussprechen.

Das betrifft auch die Viadukte im westlichen Teil des Bahndamms: Die Stadt würde diese gern erhalten, da sie „stadtbildprägend“ seien, wie es in der Planungsvorgabe heißt. Die Bögen entlang der Robert-Koch- und der Bismarckstraße gelten als marode. In einem ersten gemeinsamen Termin von Bahn, Stadt und Landesdenkmalpflege vor drei Jahren machte die Bahn den Vorschlag, die Bögen zwecks Stabilisierung des Bahndamms einfach zu verfüllen. Damit wären die charakteristischen kleinen Nischen für Handwerk und Gewerbe jedoch verloren.

Mit dem Entwicklungskonzept „Innenstadt Süd“ hat die Stadt dann den Vorschlag gemacht, dass dem historischen Stampfbeton stabilisierende Materialien injiziert werden sollen, so dass die Bögen langfristig wieder geöffnet werden können. Ob dies möglich ist, muss jedoch noch geklärt werden.

Neu in das Planungsverfahren aufgenommen wurde die Bahnbrücke an der Bieberer Straße: Das ursprüngliche Lärmsanierungsprogramm der Bahn sah keine Brückenbauarbeiten vor, doch inzwischen wurde es erweitert. Daher hat die Stadt, nachdem sich die Stadtverordneten für die Erhaltung der in die Jahre gekommenen Brücke ausgesprochen hat, diese auch in den Planungskatalog aufgenommen.

Allerdings trifft „Erhalt“ nur hinsichtlich des Anblicks zu: Das Brückenbauwerk mit dem charakteristischen „Metallfachwerk“ an der nördlichen Seite muss komplett erneuert werden. Da es in der Vergangenheit mehrfach teils stark verändert wurde, steht es nicht unter Denkmalschutz - die Stadt wünscht aber auch hier den Erhalt des Stadtbildes mit der metallenen Strebenkonstruktion. Entwürfe der Stadt zeigen, dass der Neubau optisch dem Original treu bleibt, der Maßstab ändert sich jedoch teils erheblich: Die Metallfachwerkbrücke wird deutlich höher ausfallen als bisher. Im aktuellen Plan überragt das neue Trägerwerk, das ohne die senkrechten Streben auskommt, das bestehende, knapp vier Meter hohe, um rund drei Meter.

Damit soll es möglich sein, dass an der Brücke zusätzlich drei Meter hohe, transparente Lärmschutzwände installiert werden können. Von diesen verspricht sich die Stadtplanung eine deutliche Lärmminderung für die Menschen in den umliegenden Wohnungen.

Wenn die DB Netz AG die Planfeststellung eröffnet, wird sich zeigen, wie die Vorschläge der Stadt umgesetzt werden sollen. „Es wird dann auf jeden Fall noch eine weitere Beteiligung der Kommunen und eine Betroffenenbeteiligung geben“, sagt Rüber-Steins.Von Frank Sommer

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