Offenbacher Firma glänzt mit Projekt auf Expo 2010 in Shanghai

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Die Rauminstallation von Cosalux: Tropfen hängen von der Decke, in Luftkissen-Tischen sind Monitore integriert.

Offenbach ‐ Gründer fangen in der Regel mit kleinen Projekten an. Der Offenbacher Firma Cosalux ist dagegen gleich der große Wurf gelungen. Von Marc Kuhn

Die Werbeagentur, spezialisiert auf Designlösungen, hat auf der Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai im „Urban Planet Pavillon“ einen Auftritt der Technischen Universität Darmstadt gestaltet. „Es ist unser erstes Projekt außerhalb Europas“, sagt Geschäftsführer Steven Sasseville unserer Zeitung in Offenbach. „Mutig und fordernd“, fügt er hinzu. Cosalux, mit Sitz in der ehemaligen Hassia-Fabrik, hat unter anderem einen Animationsfilm zu dem Konzept „Semizentral“ entworfen und umgesetzt, wie Alexander Coelius, ebenfalls Geschäftsführer des im März des vergangenen Jahres gegründeten Unternehmens, erklärt. Dabei handelt es sich um ein Infrastruktursystem für die Ver- und Entsorgung von Wasser, Abwasser und Abfall. In schnell wachsenden Städten solle der Wasser- und Energieverbrauch auf diese Weise gesenkt werden, berichtet Coelius. Die weltweit erste Anlage dieser Art ist in Hanoi in Betrieb gegangen. Hinter dem Projekt der Offenbacher für die TU Darmstadt steht das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Steven Sasseville

Damit nicht genug: Im Foyer des German Center in der chinesischen Metropole, dem zentralen Anlaufpunkt für deutsche Unternehmen, hat Cosalux eine Rauminstallation aufgebaut, um Besuchern das Konzept „Semizentral“ näher zu bringen. Bis zu sechs Meter hohe luftgefüllte Tropfen hängen von der Decke. In Luftkissen-Tischen sind Monitore integriert. Alles sei aufgeblasen und könne deshalb leicht ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, erläutert Sasseville. Im April 2011 soll die Installation auf der Ausstellung „Wasser Berlin“ gezeigt werden.

Wolfgang Kraus

Die Projekte sind so richtig nach dem Geschmack der jungen Werbeagentur. „Wir wollen eine Meinung im Design haben und die auch vertreten“, sagt Sasseville, der in den USA studiert hat. „Das zählt auch in der Krise.“ Und: „Wir wollen Spaß haben.“ Wichtig sei Cosalux die langfristige Bindung an Kunden, erklärt Coelius. Das Jungunternehmen ist durchaus wählerisch. Aus Sorge um die Freiheit bei der Ausgestaltung der Aufgabe, habe Cosalux auch schon zwei Aufträge abgelehnt, berichtet Sasseville. Der Erfolg gibt ihnen Recht - die Firma expandiert. Gestartet sind Sasseville und Coelius zu zweit. Mittlerweile sind sie zu siebt. Im August fangen zwei weitere Mitarbeiter an. Offen sei die Firma auch für Quereinsteiger, berichtet der gelernte Kaufmann Coelius. Sasseville fügt hinzu, dass sein Unternehmen in diesem Jahr einen Umsatz in Höhe von rund einer Million Euro anstrebe. Und: „Wir schreiben schwarze Zahlen.“

Aus Überzeugung haben die Firmengründer den Standort Offenbach gewählt. Die Stadt habe „Ecken und Kanten“, sagt Sasseville, der in Kalifornien und Rhode Island gelebt hat. Er spricht gar von einem „Schmuckstück“. In Offenbach sei eben „nicht alles so aalglatt.“

Alexander Coelius

Von hier aus kümmert sich die Werbeagentur auch um große Kunden wie den Blackberry-Hersteller Research in Motion. Interaktive Terminals seien für die Läden in Deutschland designt worden, sagt Coelius. Und ein Shop-in-Shop-Konzept sei für Vodafone entwickelt worden. Für PGP mit Sitz am Kaiserlei, dem Marktführer für Datenverschlüsselung, haben die Offenbacher „die gesamte Kommunikation“ übernommen.

Sie reizt aber auch die Kunst: Im September beteiligt sich Cosalux an einer von der Schirn Kunsthalle Frankfurt geplanten Ausstellung in der Stadt, wie Projektleiter Wolfgang Kraus sagt. Bei der Veranstaltung gehe es um Installationen und Darbietungen von Künstlern. Die Offenbacher dürfen noch nichts über ihren Beitrag verraten, wie Coelius erklärt. „Wir wollen etwas gestalten, was man benutzen kann“, verrät Kraus nur.

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