Auf Hartz IV angewiesen

Knapp 17 Prozent der Jugendlichen von Armut bedroht

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Offenbach - Alarmierende Zahlen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in dieser Woche veröffentlicht: Mehr als 2 300 Jugendliche sind in Offenbach auf Hartz IV angewiesen.

Im September 2012 erhielten exakt 2 348 Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren staatliche Unterstützung nach SGB II. Damit sei Jugendarmut keineswegs nur eine gesellschaftliche Randerscheinung. „16,7 Prozent aller in der Stadt lebenden Jugendlichen sind direkt von Armut betroffen“, unterstreicht die DGB-Kreisvorsitzende Jennifer Weißenbrunner. „Diese jungen Menschen erfahren die gesellschaftliche Spaltung bereits in jungen Jahren, in dem sie in Verzicht aufwachsen und ein höheres Risiko für eine mehrfache Benachteiligung haben.“

Die Hartz IV-Regelsätze seien in den vergangenen Jahren deutlich hinter der Preissteigerungsrate zurückgeblieben und könnten auch für Jugendliche das gesellschaftliche Existenzminimum nicht sicherstellen. „Neben materieller Entbehrung erleben die Betroffenen Arbeitslosigkeit und niedriges Erwerbseinkommen im Familienkontext sowie oftmals schlechtere Wohnverhältnisse und schlechtere Chancen im Ausbildungssystem und in der Arbeitswelt.“

Hinzu komme, dass sich Einkommensarmut auch verstärkt negativ auf die Gesundheit auswirke. Knapp ein Fünftel (399) der auf Hartz IV angewiesenen Jugendlichen sei arbeitslos. Weitere 383 hätten an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen. Die weit überwiegende Mehrzahl dagegen besuchte noch die Schule, war in Ausbildung, erwerbstätig oder betreute Kinder unter 3 Jahren. 

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