Grund: Corona-Pandemie

Offenbacher Karnevalsverein sagt Bürgeler Umzug ab

Maskierter bei einer Fußgruppe beim Bürgeler Umzug 2020
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Einen Umzug wie noch in diesem Jahr wird es in Bürgel 2021 nicht geben.

Seit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor einigen Wochen den Karneval in Corona-Zeiten für undenkbar erklärte, reihen sich die Absagen für närrische Aktivitäten 2020/21. Am Donnerstagabend hat auch der Offenbacher Karnevalverein (OKV) mit seinen angeschlossenen Vereinen getagt und beschlossen, sämtliche liebgewonnenen Veranstaltungen abzusagen.

  • Der Offenbacher Karnevalsverein (OKV) sagt aufgrund der Corona-Pandemie den Bürgeler Umzug ab.
  • Die gesamte Fastnachtskampagne wird jedoch noch nicht abgesagt - Lösungen werden gesucht.

Offenbach - „Es ist uns nicht leicht gefallen, aber Sicherheit geht vor“, betont Klaus Kohlweyer, Vorsitzender des OKV. Auf den Bürgeler Umzug muss also ebenso verzichtet werden wie auf das „Feuerwerk der guten Laune“ oder die Senioren-Kreppel-Sitzungen. „Mit Rücksicht auf die Gesundheit der Bürger ist an organisierte Veranstaltungen, wie wir sie zuvor angeboten haben, nicht zu denken“, sagt OKV-Sprecher Thomas Isser.

Allerdings: Die Fastnachts-Kampagne selbst will der OKV nicht absagen. „Jetzt ist die Stunde der kreativen Lösungen“, sagt Isser, „unsere Vereine haben einen Arbeitskreis gebildet, um gemeinsam nach Ideen für Alternativen zu suchen.“

Fastnacht in Offenbach sucht Alternativen zu sonstigen Veranstaltungen

Denkbar sei etwa eine CD mit Karnevalsliedern für die kleine Feier zuhause. „Oder vielleicht eine Artikelserie, die die Geschichte der Fastnacht in Offenbach beleuchtet“, sagt Isser. Auch Videos mit karnevalistischen Beiträgen im Internet seien denkbar. Da die Karnevalisten die Seniorenheime aller Voraussicht nach nicht betreten dürfen, sei auch eine Idee, den Heimen Pakete für eigene Faschingsfeiern zu schnüren. Gruppen und Vereine wie etwa die Stadtgarde oder die Kolping-Elfer seien dabei, kleine, dezentrale Aktionen zu planen, heißt es beim OKV.

„Wir sollten die besonderen Umstände dieser Kampagne nutzen, uns wieder an die Ursprünge der Fastnacht zu erinnern“, sagt Isser. Diese bestehe eben nicht nur aus großen Umzügen und Sitzungen, sondern aus kleineren Aktionen. „Nach dem Krieg konnte man auch nicht sofort an die großen Sitzungen mit hunderten Besuchern anschließen, es wurde dann halt zuhause gefeiert“, erinnert Isser.

Auch Bieberer Fastnacht schließt Sitzungen wegen Corona aus

Während somit feststeht, dass der Umzug durch Bürgel ausfallen wird, gibt es vom Bieberer Heimatverein bis Redaktionsschluss am Freitag noch keine Stellungnahme. Für die Sitzungen im Stadtteil zeichnet sich die Interessengemeinschaft Bieberer Fastnacht, die nicht dem OKV angeschlossen ist, verantwortlich. Deren Vorsitzender Martin Jäger hat auf Nachfrage unserer Zeitung ebenfalls sämtliche Saalveranstaltungen in bisheriger Form ausgeschlossen. „Realistisch gesehen, ist die übliche Fastnachtssitzung nicht machbar“, sagt er.

Eigentlich wollten die Mitglieder der Interessensgemeinschaft Mitte September über alternative Veranstaltungsformen diskutieren, doch als im August die Corona-Fallzahlen in Offenbach stark anstiegen, wurde das Arbeitstreffen verlegt. Im Oktober sollen nun, ähnlich wie beim OKV, Ideen gesammelt werden, was an karnevalistischen Aktivitäten während einer Pandemie möglich und realisierbar ist.

Beim OKV indes ist man froh, dass der große Fastnachtsumzug durch die Innenstadt im Februar reibungslos gefeiert werden konnte. „Nur knapp vier Wochen später wäre der Umzug wegen der Corona-Pandemie undenkbar gewesen“, sagt Kohlweyer. Ob das OKV-Prinzenpaar der letzten Kampagne ehrenhalber im Amt bleibt oder 2020/21 auf ein Paar verzichtet wird, soll sich am 11.11. entscheiden. (Von Frank Sommer)

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