Offenbacher Künstlerin im Iran verhaftet

+
Parastou Forouhar wird seit dem 5. Dezember im Iran festgehalten.

Offenbach ‐ Anna-Fee Neugebauer, Öffentlichkeitsarbeiterin im städtischen Kulturbüro, fordert per Rund-Mail zu Protest bei der iranischen Botschaft in Berlin oder beim Generalkonsulat in Frankfurt auf, um etwas für die Freilassung einer Offenbacher Künstlerin zu tun: Seit dem 5. Dezember wird Parastou Forouhar im Iran festgehalten. Von Thomas Kirstein

Die Absolventin der Hochschule für Gestaltung, einst auch Mitglied des Kunstprojekts Fahrradhalle, war wie jedes Jahr zu einer privaten Gedenkfeier für ihre Eltern in ihr Heimatland gereist.

Die für die Trennung von Staat und Religion eintretenden Parwaneh und Dariush Forouhar waren 1998, wie andere oppositionelle Politiker auch, vom iranischen Geheimdienst ermordet worden. Ihre Tochter fordert seitdem die Aufklärung der Verbrechen. Seit elf Jahren fährt sie im Dezember in den Iran, um zu trauern und ihrem anliegen Nachdruck zu verleihen.

Diesmal wurde die Regimekritikern in Teheran festgenommen, man nahm ihr auch den Pass ab. Einen Beitrag über die Künstlerin und ihr politisches Anliegen gibt es heute im SWR-Kulturmagazin „Nachtkultur“.

Möglichkeiten, zu protestieren

In einem aktuellen Telefoninterview, das Teil des Fernsehbeitrags ist, gibt sich Forouhar kämpferisch: „Ich sehe es als meine Pflicht an, die tragische Ermordung meiner Eltern zur Sprache zu bringen und in diesem Zusammenhang das Recht zur Aufklärung der politischen Morde einzufordern.

Ergänzt wird der Beitrag auch durch Ausschnitte eines SWR-Interviews vom März, in dem die Künstlerin die Aufklärung der Ermordung ihrer Eltern als zentrales Anliegen ihrer Arbeit beschreibt. „Nach Teheran gehen, bedeutet für mich, zu einem Friedhof zu gehen“, sagte sie damals.

Der TV-Beitrag über Parastou Forouhar ist ab 23.30 Uhr zu sehen. Vorab kann man ihn ab etwa 15 Uhr in der SWR-Mediathekabrufen. Eigene Information liefert die Künstlerin auf ihrer eigenen Internetseite. Adressen für schriftlichen Protest sind iranische Botschaftund Generalkonsulat. Der Direktor des Berliner Martin-Gropius-Baus, Gereon Sievernich, hat den iranischen Botschafter gebeten, sich für eine Ausreise von Parastou Forouhar einzusetzen. Sein Haus zeigt gegenwärtig drei Arbeiten der Künstlerin in der Ausstellung „Taswir - Islamische Bildwelten und Moderne“, die noch bis zum 18. Januar zu sehen ist.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare