Stephan Färber erneut zum Ersten Bürger der Stadt gewählt

Offenbach: Legislatur-Auftakt der Stadtverordneten in der Sporthalle

Vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich auf Corona testen zu lassen. Der überwiegende Teil der Mandatsträger nahm, wie hier Zacharoula Bellou, das Angebot an.
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Vor Beginn der Stadtverordnetenversammlung hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich auf Corona testen zu lassen. Der überwiegende Teil der Mandatsträger nahm, wie hier Zacharoula Bellou, das Angebot an.

Die Offenbacher Stadtverordneten trafen sich am Donnerstagabend zur konstituierenden Sitzung. Sie haben sich für die kommende Legislatur viel vorgenommen.

Offenbach - Der überwiegende Teil der 71 Stadtverordneten nahm den Test dankbar an: Vor der Halle der TSG Bürgel hat das Schnelltestzentrum ein Zelt mit vier Plätzen für die Untersuchung eingerichtet, in der Halle werden die Teststreifen ausgewertet. Die mit Kittel und Maske bekleideten Helfer fallen auf – und sorgen sicher für einen erinnerungswürdigen Moment der ersten Sitzung. Sämtliche Tests fallen negativ aus, kurz nach 17 Uhr kann Oberbürgermeister Felix Schwenke die erste Sitzung einberufen.

Dem Anlass entsprechend hat er seine Amtskette aus dem Tresor geholt und umgelegt. Schließlich gilt es, den Ersten Bürger der Stadt zu bestimmen und die neuen Mandatsträger zu begrüßen. Seit 1972, so führt Schwenke aus, seien die konstituierenden Sitzungen stets im Rathaussaal abgehalten worden. Doch 2016, zu Beginn der vergangenen Legislatur, musste die Sitzung der Rathaussanierung wegen in die Halle des TV Bieber ausweichen. „Alle gingen davon, dass dies eine in der Geschichte kuriose Ausnahme bleiben würde“, sagt Schwenke, „heute nun passiert etwas, was vor fünf Jahren niemand für möglich gehalten hätte: 2021 findet zum zweiten Mal die konstituierende Sitzung nicht im Rathaus statt. Erneut sind wir in einer Turnhalle, diesmal bei der TSG Bürgel.“ Der Corona-Krisenstab belegt den regulären Sitzungssaal.

Stadtverordnete vor Herausforderung: Offenbach soll eine finanziell halbwegs normale Stadt werden

Alles überragende Herausforderungen der neuen Legislatur sei es, „Offenbach zu einer finanziell halbwegs normalen Stadt zu machen“ – durch Wirtschaftsförderung und die Einforderung von der Stadt zustehendem Geld von Bund und Land.

Dann ruft Schwenke das älteste Mitglied der Versammlung auf, den Altersvorsitz zu übernehmen: Da Brigitte Koenen (Grüne) fehlt, fällt diese Ehre Christel Reichenbach (CDU) zu. „Scheuen Sie keine offenen Worte, aber wählen Sie sie so, dass Sie danach noch ein Bier mit den Kollegen trinken können“, mahnt Reichenbach, bevor sie zur Wahl des Stadtverordnetenvorstehers aufruft. Die künftigen Koalitionspartner SPD, Grüne und FDP haben Stephan Färber, der seit 2016 das Amt inne hatte, nominiert – einstimmig wird Färber wiedergewählt, nur die AfD verließ zuvor den Saal.

Offenbach: Stefan Färber erneut zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt

„Wer etwas zu sagen hat, bediene sich nicht der Aggression, Deutlichkeit genügt“, ruft der Erste Bürger in seiner Dankesrede den Stadtverordneten zu und mahnt ein faires Ringen um die besten Lösungen für Offenbachs Zukunft an. Reichenbach wird zur Schriftführerin gewählt, Koenen zur Stellvertreterin. Alle weiteren Ämter werden erst in späteren Sitzungen bestimmt, wenn die neue Koalition steht. Ob dies bis zur nächsten Sitzung in vier Wochen gelingt, ist angesichts der anstehenden Aufgaben und Rücksichtnahmen wegen der Corona-Pandemie ungewiss.

Was die 71 Vertreter der Bürger anbelangt, so gibt es fünf Änderungen: Wie erwartet, nimmt der Oberbürgermeister sein Mandat nicht an, für ihn rückt Klaus Georg in die SPD-Fraktion nach. Bei der CDU scheidet Günther Hammann aus, Rolf-Dieter Schmitz übernimmt für ihn. Wie berichtet, verzichten beim Forum Neues Offenbach nicht nur Helen Yikit, sondern auch zwölf weitere Nachrücker, so dass Muhsin Senol wieder ins Stadtparlament einziehen kann. Beim neu angetretenen Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit verzichtet Fikri Türet. Nachrücker: Abdullah Demiral. Bei der AfD sitzt Manuel Wurm anstelle von Barbara Gruber in der Versammlung.

AfD-Stadtverordnete klagen über Wahlbetrug. Färber: „Ein Kind der Demokratie sind sie nicht“

Die AfD ist es auch, die einzig öffentlich über das Wahlergebnis klagt und sich in Andeutungen über Wahlbetrug ergeht, was von Oliver Stirböck (FDP) unter Applaus aller anderen Stadtverordneten entschieden zurückgewiesen wird. „Dass ohne einen einzigen Beleg hier Betrug vorgeworfen wird, zeigt, welch Geistes Kind sie sind. Ein Kind der Demokratie sind sie nicht“, erklärt er.

Wer für die einzelnen Fraktionen in die Ausschüsse einzieht, steht noch nicht fest, dreizehn Plätze sind zu vergeben. (Frank Sommer)

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