DeinBus: Offenbacher lenken Mitfahrzentrale

Offenbach (ku) - Das Offenbacher Start-up-Unternehmen DeinBus, bisher bekannt als Mitfahrzentrale, startet eine neue Geschäftsidee: Von der ersten innerdeutschen Fernbuslinie in Süddeutschland spricht Ingo Mayr-Knoch, einer der drei Firmengründer.

Die neue Linie fahre seit heute immer von Donnerstag bis Montag - mit zwei Abfahrten täglich. In Deutschland gebe es fast keine Fernbusverbindungen, was an einem Gesetz aus den 30er-Jahren liege, erklärte das Unternehmen. Zwei Busse mit je 50 Sitzplätzen bringen Fahrgäste von München nach Stuttgart und von München nach Tübingen - und wieder zurück. „Das günstigste Ticket gibt es bei uns schon für 9 Euro - das ist natürlich bahnbrechend günstig“, berichtete Alexander Kuhr, ein Mitgründer von DeinBus.

Tickets gibt es auf www.DeinBus.de oder beim Fahrer. „Zwischen den zwei Großstädten München und Stuttgart sowie der Studentenstadt Tübingen gibt es viel Bedarf für eine neue, moderne Reisemöglichkeit“, erklärte Christian Janisch, ebenfalls ein Mitgründer. „Wir glauben, dass insbesondere Studenten, die günstig mobil sein wollen, unser Angebot nutzen oder auch alle, die nicht mehr selbst hinterm Steuer sitzen wollen.“

In den seltensten Fällen Fernbusverbindungen

Eigentlich erlaube das Personenbeförderungsgesetz in den seltensten Fällen Fernbusverbindungen, erläuterte Janisch. „Dank einem gründlich überlegten Antrag bei den Genehmigungsbehörden wurde uns nun aber eine Liniengenehmigung für die erste inländische Strecke in Süddeutschland erteilt - ein Novum.“ Der Grund: Das Verkehrsangebot werde verbessert, weil die Busse der Offenbacher unter anderem schneller und günstiger als die Bahn-Angebote seien, sagte Janisch unserer Zeitung. Busse und Fahrer würden von Firmen aus München und Talheim bereit gestellt, so DeinBus. Das Start-up kümmere sich um Marketing, Vertrieb und Service.

DeinBus ist eine Online-Plattform zur Bildung von Fahrgemeinschaften in Reisebussen. Gegen das Angebot war die Deutsche Bahn, die um ihre Monopolstellung im Fernverkehr bangte, juristisch vorgegangen, hatte jedoch eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Frankfurt lehnte eine Unterlassungsklage ab und verwies auf den Ermessensspielraum der Genehmigungsbehörde.

Rubriklistenbild: © AP

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