Abstützung für Kegelbahn

Lichterfest: Wie viel trägt die Büsing-Terrasse?

+
Nicht nur musikalisch ein Schwergewicht: 60 und mehr Musiker der Neuen Philharmonie bringen mit ihren Instrumenten allein schon mehr als vier Tonnen auf die Bühne des Lichterfests. In diesem Jahr erzählt das Orchester „Mörderische Geschichten“. Der Vorverkauf hat begonnen.

Offenbach - Jahrelang ging’s gut, jetzt muss der Bühnenbauer auf Nummer sicher gehen. Die Lichterfest-Bühne wird sturmfester gemacht, die alte Kegelbahn unter der Terrasse des Büsingpalais bekommt eine Abstützung. Von Thomas Kirstein   

Für die beliebte Feier am 1. August ist alles klar, der Vorverkauf der 8000 Karten hat begonnen. Mit einer exakten Summe ist nicht zu beziffern, was beim Lichterfest auf der Löwenterrasse des Büsingpalais lastet. Es dürften etliche Tonnen sein. Da ist die Bühne mit ihren teils stählernen Unter-, Auf- und Überbauten, da sind die mehr als 60 Musiker mit ihren Instrumenten, da ist die Lautsprecheranlage. Und da sind nicht zuletzt Vorrichtungen, die verhindern sollen, dass die Konstruktion von starkem Wind verweht wird: mit tausenden Litern Wasser gefüllte Tanks.

Vorm diesjährigen Fest hat der Bühnenbauer offenbart, dass ihn neue gesetzliche Vorschriften zwingen, seine Anlage mit weiteren Tonnen Ballast abzusichern. So wie bisher könne er das Risiko nicht mehr tragen. Aber würde die Terrasse das zusätzliche Gewicht verkraften? „Es kamen Hinweise aus der Verwaltung, dass das gefährlich werden könnte“, berichtet Stadtsprecher und Fest-Organisator Matthias Müller. Was bislang niemandem so recht bewusst war: Der rückwärtige Vorbau ruht nicht auf festem Boden, sondern über einem Hohlraum – der bei der Rekonstruktion des Palais 1984 eingerichteten Kegelbahn des wenige Jahre später aufgegebenen Restaurants.

Es wurde überlegt, wie sicherzustellen wäre, dass die Neue Philharmonie Frankfurt nicht plötzlich ein Stockwerk tiefer spielen müsste. Fast hätte man die Musikbühne runter von der Terrasse in den Park verlegt. Das hätte schlechte Sichtbarkeit von hinten gebracht, Teile der Bestuhlung gekostet und überhaupt das Ambiente beeinträchtigt. Winfried Männche, der Chef der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach, kann das verhindern.

Neue Auflagen und alte Kegelbahn machen Nachbesserungen nötig

Er schickt einen GBO-Statiker zum Büsingpalais. Der überprüft Terrasse und Kegelbahn. Mit dem Bühnenbauer wird eine doppelte Lösung erarbeitet: Erstens verteilt eine Art Ballon die zusätzliche Last von zwei Tonnen Wasser auf der Terrasse. Zweitens erhält die von tragenden Wänden freie Kegelbahn eine zentrale Abstützung. So stimmt die Statik am Palais. Spannend wird’s also nur musikalisch. Die Neue Philharmonie, das im Offenbacher Capitol beheimatete und vom städtischen Kulturchef Ralph Philipp Ziegler gemanagte Projektorchester, macht den Büsingpark zum Tatort. „Mörderische Geschichten“ lautet das Leitmotiv. Klassik und Pop werden miteinander gekreuzt; von Straußens Fledermaus-Ouvertüre über das Tatort-Intro von Doldinger bis zu David Bowies „Space Oddity“, mit Themen für Miss Marple, James Bond und den Dritten Mann und dem „Pinball Wizard“ als furiosem Schlussakkord.

38 Vereine und 70.000 Kerzen

Dies und mehr ertönt am Samstag, 1. August, vor dem Büsingpark, den 38 Vereine mit 70.000 Kerzen festlich illuminiert haben werden. Die Besucherzahl ist aus Sicherheitsgründen zum zweiten Mal limitiert. 8000 Besucher dürfen an diesem Abend in die Grünanlage zwischen Kaiser-, Herrn- und Berliner Straße. Flanierkarten für das nicht bestuhlte Festgelände gibt es im Vorverkauf im OF-Info-Center (Salzgässchen 1, 069/8065 2052) für zwei Euro pro Person (an der Abendkasse vier); Familien bis zu fünf Personen (darunter maximal zwei Erwachsene) zahlen fünf Euro vorab und neun an der Abendkasse. Sitzplatzkarten für die Stühle vor der Bühne kosten 16 Euro (Abendkasse 20). Vereine, die ihre Motive gestalten wollen, erhalten Freikarten.

Die Vorverkaufspreise sind stabil geblieben. „Wir haben nur die Preise für Kurzentschlossene minimal erhöht“, sagt Matthias Müller. Die Veranstalter wollen damit animieren, sich vorab eine Karte zu sichern, um Warteschlangen an den Abendkassen möglichst zu vermeiden. Einlass ist ab 17, offizieller Start um 19, Konzertbeginn um 20 Uhr.

Bilder vom Lichterfest 2014

Lichterfest 2014 im Büsingpark

Kommentare