„Könnten innerhalb eines Tages öffnen“

Corona-Testzentrum in Offenbach? Messehalle könnte möglicher Standort sein

Viel Platz für ein mögliches Testzentrum: die Messehallen Offenbach.
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Viel Platz für ein mögliches Testzentrum: die Messehallen Offenbach.

Offenbach soll ein eigenes Corona-Testzentrum bekommen. Die Messehalle steht als Standort zur Debatte.

Offenbach - Wer im Verdacht steht, sich mit Covid-19 infiziert zu haben, muss sich testen lassen. Für Menschen in Stadt und Kreis Offenbach bedeutet das bisher, sich auf den Weg nach Frankfurt ins Testzentrum zu machen. Doch das ist wohl in absehbarer Zeit nicht mehr nötig: Offenbach soll ein eigenes Testzentrum erhalten.

Die Anzeichen dafür verdichten sich immer mehr, auch wenn sowohl Stadt wie Kassenärztliche Vereinigung (KV) noch keinen entsprechenden Vertrag unterzeichnet haben.

Stadt will seit Beginn der Pandemie Testzentrum haben

Allerdings dürfte es nicht mehr lange dauern, bis eine solche Vereinbarung vorgestellt wird. Wie mehrfach berichtet, ist die Stadt seit Beginn der Corona-Pandemie daran interessiert, Standort eines Testzentrums zu werden. Oberbürgermeister Felix Schwenke und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß sprechen seit Monaten mit der KV darüber – vor einigen Wochen zeichnete sich erstmals ab, dass der Offenbacher Wunsch Realität werden kann.

Auf Nachfrage unserer Zeitung heißt es von der KV, dass man sich zu Details der Vereinbarung bald äußern werde. Die Stadt gibt sich noch bedeckt, bis Redaktionsschluss blieb eine Anfrage unbeantwortet. Aus gut informierten Kreisen ist aber zu hören, dass zwei Standorte im Stadtgebiet in die engere Wahl gekommen sind: die Messehallen und die Alte Schlosserei auf dem EVO-Gelände. Präferiert würden die Messehallen, heißt es.

Corona-Testzentrum in Offenbach: Gespräche mit Messe laufen

Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe, bestätigt, dass es einen Ortstermin und entsprechende Gespräche gegeben habe. „Es ist aber noch nicht zu Ende verhandelt“, betont er. „Als Messe sind wir aber gern bereit, den Menschen im Rhein-Main-Gebiet mit einem Testcenter zu helfen.“

Klarer Vorteil für die Messe im Gegensatz zur Alten Schlosserei wäre die Erreichbarkeit: Eine Bushaltestelle befindet sich direkt vor dem Eingang, dazu stünden Parkplätze am Mainufer für die Besucher zur Verfügung – ein gewichtiges Argument. Denn gerade aus dem Kreis dürften es viele Besucher vorziehen, mit dem Auto statt den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

Corona-Testzentrum in Offenbach könnte innerhalb eines Tages öffnen

„Wenn es zur Einigung und dem Vertragsabschluss kommt, könnten wir innerhalb eines Tages öffnen“, sagt Kappe, „das ist für ein Messeunternehmen kein Hexenwerk.“ Als mögliches Testcenter würde sich die nördliche Halle anbieten: Diese hätte zwei Zugänge, einen in der Kaiser- und einen in der Bettinastraße, so dass mittels Einbahn-Regelung sich die Besucher nicht begegnen würden und die Ansteckungsgefahr innerhalb des Zentrums äußerst gering wäre.

Kappe betont, dass die Messe dank eines guten Hygienekonzeptes gut aufgestellt sei. „In den Hallen wird innerhalb einer Stunde dreimal die Luft komplett ausgetauscht“, sagt er. Er bedauert, dass bereits geplante Veranstaltungen wie die Lederwarenmesse von der Stadt abgesagt wurden. „Unser Konzept macht die Messe sicherer als andere Orte im Stadtgebiet. Auch bei hoher Inzidenz könnten wir sichere Veranstaltungen ermöglichen.“ Dieses Konzept könnte nun der entscheidende Vorteil für das geplante Testzentrum sein und den Ausschlag für den Standort geben.

Corona: Testzentrum wäre große Hilfe für Stadt Offenbach

Damit wäre vielen Menschen in Stadt und Kreis geholfen, denn bisher mussten diese die Testzentren in Frankfurt aufsuchen, was regelmäßig Kritik hervorrief: Der Weg sei gerade für Menschen aus dem Kreis zu weit, zudem bestünde bei der Anreise mit Bus und Bahn die Gefahr, dass Mitfahrer infiziert würden.

Außerdem kam es vor knapp einem Monat zu chaotischen Zuständen am Testzentrum an der Frankfurter Uniklinik: Das Zentrum musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Betroffen davon war auch eine Schulklasse des Leibnizgymnasiums, die vom Gesundheitsamt zwecks Corona-Test dorthin bestellt wurde: Zur Verärgerung der Eltern mussten die Schüler nach langem Warten wieder heimfahren – ohne Test. (Fank Sommer)

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