Bürgerveranstaltung

Schlüsselprojekte des Masterplans: Offenbacher Parallele zu Köln

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Marion Rüber-Steins (Mitte) vom Amt für Stadtplanung gab Bürgern Antworten zur Umsetzung des Masterplans.

Offenbach - Rund 200 Bürger haben sich am Freitagabend auf Einladung der Stadt und des Vereins Offenbach offensiv bei der IHK über den Stand der Umsetzung der zehn Schlüsselprojekte aus dem Masterplan informieren lassen. Sie bekamen dabei auch Gelegenheit, Verbesserungsvorschläge zu formulieren. Von Harald H. Richter 

Wie setzen andere Städte ihre Masterpläne um? Gibt es Parallelen? Wo liegen Unterschiede? Die Fachleute auf dem Podium sind um Antworten bemüht. Auf Einladung der Stadtverwaltung und des Vereins Offenbach offensiv berichten Anne Luise Müller, Leiterin des Stadtplanungsamtes der Stadt Köln, Andree Haack, Geschäftsführer des Vereins MG 3.0 Mönchengladbach, und Stefan Kornmann, Stadtplaner von Albert Speer & Partner ausführlich über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung von Masterplänen. Im Publikum empfinden einige Zuhörer das als zu ausführlich. „So interessant sie auch sein mögen, wir möchten mehr zu unserem Projekt erfahren“, werden eine Stunde nach Veranstaltungsbeginn erste Stimmen laut, aber noch eine Weile vertröstet.

Auch in Köln und Mönchengladbach waren Vereine bei der Erstellung der Masterpläne beteiligt. „Anders als in Offenbach haben wir unser städtebauliches Entwicklungskonzept zunächst ohne die Stadtverwaltung in Gang gebracht“, berichtet Haack. „Nach sorgfältiger Auswahl bekam das renommierte Londoner Büro Grimshaw Architects den Zuschlag.“ In einem einjährigen Prozess entstand ein Planwerk, das dann vom Rat der Stadt mit breiter politischer Mehrheit als Regiebuch für die künftige Entwicklung Mönchengladbachs angenommen wurde. „Die Stadtplanung ist in den Interessensfokus von mehr Menschen als je zuvor gerückt und aus den Hinterzimmern in die Öffentlichkeit umgezogen“, resümiert Haack.

Die Bevölkerung rede bei der Gestaltung ihrer Stadt konstruktiv mit. Dieses Verfahren „von unten“ ergänze das Spektrum einer Fachplanung und mache diese zukunftsfest. „Sollen städtebauliche Ideen und Konzepte nach außen attraktiv wirken, müssen sie innen akzeptiert und als identitätsstiftend gelebt werden.“ Bei der Kommunalverwaltung seien zur Umsetzung des Masterplans bereits acht neue Stellen geschaffen worden. Darüber hinaus wird ähnlich wie in Offenbach die Umsetzung von einem Beirat begleitet.

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Gleiches ist auch in Köln der Fall. „Unser städtebaulicher Masterplan wurde von einem unternehmerisch geprägten Verein initiiert, finanziert und in einem dialogischen Prozess erarbeitet“, schildert Anne Luise Müller die Vorgehensweise. Mit dem Planungsbüro Albert Speer & Partner nahmen die Domstädter 2007 das gleiche Expertenteam ins Boot wie die Offenbacher. Dessen Vertreter Stefan Kornmann nennt die zehn Schlüsselprojekte für Offenbach „ein Pfund, mit dem man die Stadt voranbringen kann“. In Köln waren sieben Interventionsräume mit differenzierten Entwicklungszielen definiert worden. „Wichtig war uns, die Stadtgesellschaft, lokal Handelnde sowie Experten der Verwaltung über einen transparenten Diskurs einzubinden“, ergänzt die Amtsleiterin.

„Auch wir möchten in Umsetzung des Masterplans den Dialog zur Entwicklung unserer Stadt fortsetzen und Vorschläge der Bürger einholen“, bekräftigt Oberbürgermeister Horst Schneider. Erste Schritte seien durch Aufnahme des Clariant-Areals ins Bund-Länder-Programm Stadtumbau West und Gespräche mit der Stadt Frankfurt zum Bau einer Rad-/Fußgängerbrücke nahe dem Isenburger Schloss nach Fechenheim getan. „Die Finanzierung der Machbarkeitsstudie für eine Verbindung von der B448 an die Mühlheimer Straße ist ebenfalls gesichert“, bekräftigt Kämmerer Peter Freier. „Mit dieser Maßnahme wollen wir die östlichen Gewerbegebiete besser erschließen und die Anwohner von Bieberer und Unterer Grenzstraße vom Verkehr entlasten.“

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

Die Amtsleiter Markus Eichberger (Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement) und Jürgen Amberger (Wirtschaftsförderung) berichten zum Stand der im Masterplan identifizierten Schlüsselprojekte. „2017 wird es konkret mit dem Umbau des Kaiserlei. Bewegung entsteht auch auf dem einstigen Clariant-Gelände“, nennt Eichberger Beispiele. Amberger ergänzt, dass die Stadt bei der Expo Real etlichen Investoren die Vorzüge einer Ansiedlung in Offenbach habe deutlich machen können. „Das Interesse war über Erwarten groß“, zieht er Bilanz.

Schließlich hat das Publikum Gelegenheit, mit Ansprechpartnern von Stadt, Verein und IHK Anregungen zu diskutieren, Verbesserungsvorschläge zu formulieren und diese an zehn Stellwänden zu plakatieren. „Die Schlüsselprojekte leisten einen Beitrag, um den Wirtschaftsstandort Offenbach zu stärken und die Lebensqualität zu steigern“, fasst der Vereinsvorsotzende von Offenbach offensiv, Alfred Clouth, zusammen.

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