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Unmut bei Fahrgästen über Dreck und Gestank

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Von: Marian Meidel

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Die Offenbacher S-Bahnhöfe sind mitunter nicht die saubersten – wie hier an der Haltestelle Ledermuseum zu sehen. An vielen Stellen klebt’s, hie und da ziehen sich dunkle, undefinierbare Flecken über die Bodenfliesen.
Die Offenbacher S-Bahnhöfe sind mitunter nicht die saubersten – wie hier an der Haltestelle Ledermuseum zu sehen. An vielen Stellen klebt’s, hie und da ziehen sich dunkle, undefinierbare Flecken über die Bodenfliesen. © mei

Offenbach - Kaputte Rolltreppen, schmutzige Bahnsteige: Vielen Fahrgästen ist der Zustand der Offenbacher S-Bahnhöfe ein Ärgernis. Wir haben sie unter die Lupe genommen – und viele der Vorwürfe bestätigt gefunden. Von Marian Meidel

Noch Anfang des Jahres beteuerte die Deutsche Bahn, die beiden Rolltreppen am zentralen S-Bahnhof Marktplatz „komplett erneuern“ zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt waren sie bereits seit Wochen defekt. „Die Anlagen befinden sich in der Fertigung und werden im März eingebaut“, erzählte ein Bahnsprecher im Februar unserer Zeitung. Nun nähert sich die erste Aprilwoche ihrem Ende, und nichts hat sich getan.

„Das ist eine schlimme Sache“, sagt Sigrid Isser von der Seniorenhilfe. Sie hat lange den Offenbacher Fahrgastbeirat geleitet und weiß um die Bedürfnisse gerade betagterer Nahverkehrs-Passagiere. „Wenn ich mit einer Gruppe älterer Menschen eine Tour mache, sind wir am Marktplatz schon seit Monaten auf den Aufzug angewiesen – und auch der hat seine Macken.“ Mit Glück könnte diese Misere nun bald ein Ende haben – zumindest der Deutschen Bahn zufolge. „Hier hat es eine kleine Verzögerung gegeben, da es sich bei dieser Fahrtreppe aufgrund der Länge nicht um ein Standard-Modell handelt, sondern sie extra angefertigt werden musste“, sagte ein Bahnsprecher gestern. Kommende Woche soll die Rolltreppe nun ausgetauscht werden.

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Die Rolltreppe am Kaiserlei funktioniert nicht - und ist zudem äußerst krude abgesperrt. © mei

In den Bahnhöfen Kaiserlei und Ledermuseum dürfte Ähnliches anstehen. Auch dort sind seit geraumer Zeit Rolltreppen defekt und folglich gesperrt. „Das ist der Normalzustand“, sagt eine Pendlerin am Kaiserlei im Vorbeigehen. „Diese Treppe ist wochenlang kaputt, dann wird sie wieder repariert, dann ist sie wieder kaputt.“ Sie selbst habe sich inzwischen damit abgefunden. Was ins Auge fällt, ist nicht nur der Umstand, dass Defekte hier zum Status quo werden, sondern auch die mitunter etwas unglückliche Form der Absperrung. Am Marktplatz wurde das Sperrgerüst mittlerweile eingerissen, am Kaiserlei hat dies der Wind erledigt. Dort liegt das Metallgerüst wie ein verwüstetes Campingzelt vor dem Treppenaufgang. Die seit Wochen defekte Rolltreppe am S-Bahnhof Ledermuseum wird aktuell repariert. „Wenn nichts dazwischen kommt, wird sie bis morgen fertig“, sagt gestern einer der Handwerker. Mit Glück ist sie also bereits am heutigen Freitag wieder funktionsfähig.

Aber nicht nur die genannten technischen Mängel geben Anlass zur Kritik am Zustand der Offenbacher S-Bahnhöfe. „Sie sind so schmutzig“, sagt Sigrid Isser. „Ich war kürzlich in Berlin, und dort sieht es ganz anders aus.“ Nämlich besser, findet sie. Dass diese Einschätzung viele Offenbacher teilen, geht aus Leserzuschriften an unsere Redaktion hervor. Von ungefähr kommen auch diese Klagen nicht, wie die Stippvisite am gestrigen Donnerstag zeigt. Trotz des Rauchverbots liegen am Fuße der meisten Rolltreppen Zigarettenkippen, mitunter auch vor den Sitzplätzen auf dem Bahnsteig. An manchen Stellen überziehen undefinierbare Flecken den Boden. „Einige Leistungen wie das Entfernen von Grobmüll werden zweimal täglich durchgeführt, andere, wie die Reinigung der Vitrinen, zweimal wöchentlich“, heißt es von Seiten der Bahn. Ein Präsenzreiniger kümmere sich täglich um die Sauberkeit am Bahnsteig. “Allein für die Reinigung dieser drei S-Bahn-Stationen wenden wir jährlich bis zu 170.000 Euro auf.“

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