„Runde Tische“ für Nordend und südliche Innenstadt

Offenbacher sollen bei Sozialprojekten mitentscheiden

Bürgerschaftliches Engagement fördern: Runde Tische entscheiden in den beiden Gebieten (rot umrissen), in welche Projekte das Geld fließt. 
Karte: mk / mapcreator
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Bürgerschaftliches Engagement fördern: Runde Tische entscheiden in den beiden Gebieten (rot umrissen), in welche Projekte das Geld fließt. Karte: mk / mapcreator

Ins Nordend und die südliche Innenstadt fließen seit Jahren mit Bundes- und Landesgelder. Der Magistrat hat beschlossen, in den beiden Fördergebieten jeweils 10 000 Euro jährlich bereitzustellen, um lokale Projekte zu unterstützen.

Offenbach – Voraussetzung für einen Zuschuss ist, dass damit ein Mehrwert für die Nachbarschaft erzielt wird. So können etwa Straßenfeste und Verschönerungsaktionen ebenso gefördert werden wie kleine Projekte zur Belebung von Erdgeschosszonen oder zur Umgestaltung von Vorgärten und auch Kultur- und Sportprojekte. „Besonders hervorzuheben ist, dass kleine Zuschüsse zu Dach- und Fassadenbegrünungen möglich sind“, sagt Stadträtin Sabine Groß, deren Dezernat für das Quartiersmanagement zuständig ist.

„In den Fördergebieten des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ wollen wir nicht nur bauliche Projekte umsetzen, sondern auch das bürgerschaftliche Engagement stärken. Damit das gelingt, stellen wir nun Geld in Form der Verfügungsfonds bereit, das direkt von den Menschen vor Ort für das Quartier verwendet werden kann. Die Runden Tische in den Quartieren können dabei selbst entscheiden, welche Projekte unterstützt werden“, so fasst Stadtrat Paul-Gerhard Weiß zusammen, was sich hinter dem etwas sperrigen Titel „Verfügungsfonds“ verbirgt und welches Ziel die Stadt damit verfolgt.

Damit für alle nachvollziehbar ist, was gefördert werden kann und was nicht, gibt es eine städtische Richtlinie, in der zudem alle wesentlichen Schritte beschrieben sind, die für eine Antragstellung notwendig sind. Damit die Gelder auch wirklich an die passenden Stellen im Quartier gelangen, wird auch die Entscheidung darüber, welche Projekte gefördert werden sollen, vor Ort getroffen. Die sogenannten Runden Tische, die es in beiden Stadtteilen bereits gibt, werden sich dazu in ihrer nächsten Sitzung als Entscheidungsgremium konstituieren.

Die nächsten Termine für die Runden Tische sind im Nordend am 24. August um 17 Uhr und in der Südlichen Innenstadt am 25. August um 17 Uhr. Wer Interesse hat, sich dort zu beteiligen, wendet sich an die Quartiersmanager: info@nordend.quartier-offenbach.de; info@senefelder.quartier-offenbach.de. Anträge für den Verfügungsfonds kann jeder und jede Person oder Gruppe stellen. Man muss nicht im Gebiet wohnen. Voraussetzung ist aber, dass das Projekt der Nachbarschaft in einem der Fördergebiete zugutekommen muss. Die Frist zur Einreichung von Anträgen ist abweichend von der Richtlinie bis 17. August verlängert.

Die Stadtteile Nordend und Senefelderquartier sowie südliche Innenstadt sind seit mehreren Jahren im Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ (vormals HEGISS) und werden mit Geld des Bundes und des Landes unterstützt. Im Nordend wurde etwa der Spielplatz Johannes-Morhart-Straße gefördert und auch der Umbau des Nordrings wird darüber bezuschusst. Im Süden wird in diesem Jahr die Grünfläche an der Fußgängerunterführung von der Kurzen Straße zur Feldstraße umgestaltet.

Neben der baulichen Erneuerung ist es ein besonderes Anliegen, die Bewohner aktiv in die Erneuerung mit einzubeziehen. Um den Austausch zwischen Stadtverwaltung und Bewohnerschaft zu verstetigen, ist in beiden Gebieten ein Quartiersmanagement aktiv, das eine kontinuierliche Anlaufstelle für Fragestellungen rund um die Nachbarschaft bietet.  

Alle Information und Formulare zu den Verfügungsfonds finden sich auf der städtischen Internet-Seite unter: www.offenbach.de/verfuegungsfonds sowie in den Stadtteilbüros am Goetheplatz und in der Hermannstraße.

(Von Martin Kuhn)

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