Weniger Kunden für Mainarbeit

Offenbach - Auf einem konstant überdurchschnittlich schlechten Niveau besser geworden: So lässt sich das Fazit des Offenbacher Sozialberichts 2011 auch formulieren. Die städtischen Verantwortlichen für die Hilfsempfänger bevorzugen den „positiven Trend“. Von Thomas Kirstein

Tatsächlich geht die Zahl der Bezieher von Hartz-IV-Leistungen zurück, wie Mainarbeit-Chef Dr. Matthias Schulze-Böing vermeldet: 675 weniger als 2010, das waren 17 950 im vergangenen Jahr.

Das sind 11 716 erwerbsfähige Menschen mit ihren Angehörigen in 8207 „Bedarfsgemeinschaften“, die entweder komplett unterstützt werden oder einen kargen Lohn aufgestockt bekommen. 90,5 Millionen Euro zahlte die Stadt 2011.

Die Zahlen in der mit einer auf 122 000 Köpfe gewachsenen Stadt sind schon seit 2006 rückläufig, und zwar prozentual über dem hessischen Durchschnitt. Mit der Quote aber bleibt Offenbach weiterhin negative bundesweite Spitze. Und das einsam, trotz deutlichen Rückgangs: 17,8 Prozent (vorher 18,8) der Einwohner leben von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II). Es folgen Köln (13,6 Prozent) und Düsseldorf (13,3 Prozent). Erste Stadt in Hessen (Durchschnitt 8,2 Prozent) ist dann Frankfurt (12,1 Prozent).

22,9 Prozent der Offenbacher Bezieher haben keine deutsche Staatsangehörigkeit, 2010 waren es 25,3. Der Sozialbericht weist deutliche Unterschiede bei den Nationalitäten aus: Während nur jeder Zehnte von 3000 Polen Stütze bezieht, lebt ein Drittel der 6000 Türken davon. Ganz drastisch: 81,4 Prozent der 580 Afghanen sind auf Hilfe angewiesen. Von den Deutschen sind es 14,7%.

Neben dem SGB II regelt das SGB XII die Leistungen: Empfänger der Sozialhilfe sind in der Regel Ältere ab 65 Jahren, Pflegebedürftige und Behinderte. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Schulze-Böing kann Sozialamtsleiter Hans-Günter Neidel nicht mit sinkenden Zahlen aufwarten. Die alternde Gesellschaft fordert ihren Tribut: 3094 Berechtigte Ende 2011 bedeuten gegenüber 2010 einen Anstieg um 3,8 Prozent. Ein Drittel davon, 1078, sind Ausländer.

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