Bodo Möller auf Expansionskurs

Offenbacher Spezialchemie-Firma jetzt auch Produzent

Offenbach - Das Offenbacher Spezialchemie-Unternehmen Bodo Möller hat sich von einer reinen Vertriebsfirma zum Produzenten entwickelt. „Wir waren ein klassischer Händler“, sagte Geschäftsführer Frank Haug unserer Zeitung. Von Marc Kuhn 

Nun hat die Gruppe ein Werk vom US-Riesen und Geschäftspartner Huntsman Advanced Materials in Sadat City zwischen Kairo und Alexandria in Ägypten sowie zwei Vertriebsbüros übernommen. Der Schritt stärkt nach den Worten von Haug auch den Standort Offenbach und hat dort fünf neue Jobs geschaffen. Mittlerweile arbeiten bei Bodo Möller in der Stadt etwa 65 Menschen, im ganzen Unternehmen sind es rund 170. Die Gruppe unterhält Büros und Lager unter anderem in Frankreich, den Benelux-Ländern, China, Südafrika, Dänemark, Schweden und Russland. Künftig will sie sich auch in Indien engagieren. Bodo Möller erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz in Höhe von etwa 70 Millionen Euro, 40 Prozent davon wurden in Offenbach erlöst. „Bodo Möller ist der größte Händler von Klebestoffen in Europa, Afrika und Asien“, berichtete Haug. Diese werden in der Industrie benötigt. Nach Ansicht von Haug ist der Megatrend Leichtbauweise, mit dem der CO2-Ausstoß in der Autobranche massiv gesenkt werden soll, ohne Klebestoffe nicht umsetzbar. Bodo Möller sehe sich als Bindeglied zwischen den Chemieriesen und den Mittelständlern.

Bodo Möller hatte schon länger mit dem Einstieg in die Produktion geliebäugelt. Huntsman wollte sich aus Gründen der Rationalisierung aus dem arabischen Raum zurückziehen, wie Haug erläuterte. „In der Branche gibt es den Trend, Fix- zu variablen Kosten an Händler auszulagern.“ Mit der Produktionsstätte habe Bodo Möller jetzt die Möglichkeit, Klebstoffe und Laminierharze an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen, sagte Haug. So habe sich das Offenbacher Unternehmen zu einem Polymer System House - wie es in der Branche heißt - entwickelt. Durch das Werk in dem Land sind die Umsätze bei Bodo Möller um rund 13 Millionen Dollar gestiegen. Erlöse in Höhe von drei Millionen Euro erzielen die Offenbacher, weil sie einen weiteren Vertrag mit Huntsman unterschrieben haben. So übernehme Bodo Möller den Vertrieb von Chemie und Farbstoffen für Textilien im mittleren Osten und Ägypten. Sie werden beispielsweise für Kleidung von großen Firmen wie C&A oder Puma eingesetzt. Darüber hinaus befindet sich Bodo Möller in Gesprächen mit fünf Chemieherstellern über Vertriebsrechte.

Bilder: Chemie-Unfall im Industriepark Griesheim

Rubriklistenbild: © Screenshot - Homepage Bodo Möller (http://www.bm-chemie.de/de/)

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