Heimatliebe auf vier Rädern

Offenbacher Stadtverordneter Dominic Leiendecker und Freundin Jennifer Simon gehen im Mini-Camper auf Tour

In Anlehnung ans Streichholzkarlchen haben Stadtverordneter Dominic Leiendecker und seine Partnerin Jennifer Simon das umgebaute Auto, mit dem sie künftig die Welt entdecken wollen, „Karlchen Camper“ getauft.
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In Anlehnung ans Streichholzkarlchen haben Stadtverordneter Dominic Leiendecker und seine Partnerin Jennifer Simon das umgebaute Auto, mit dem sie künftig die Welt entdecken wollen, „Karlchen Camper“ getauft.

Beim Namen stand das Offenbacher Original Pate, das die Besucher des Wilhelmsplatzes begrüßt: „Karlchen“ haben Dominic Leiendecker und Jennifer Simon den Mini-Camper getauft, mit dem sie nun zur ersten großen Tour aufbrechen wollen.

Offenbach – Das Besondere daran ist: Das Fahrzeug hat die Eigenschaft als Campingvehikel nicht von Hause aus. Mit Kreativität und Geschick hat das Paar aus Buchrain selbst eine fahrbare Unterkunft aus einem Auto gebaut.

Schon im letzten Jahr waren Dominic Leiendecker und Jennifer Simon mit einem gemieteten Camper in Holland und Belgien unterwegs: Das war der „letzte Kick“, sich den Traum von einem eigenen Mini-Camper zu erfüllen, erzählt Leiendecker, der für die Freien Wähler im Stadtparlament sitzt.

Im vergangenen April hat sich das Paar einen Dacia Dokker, Baujahr 2013, gezielt für den Umbau in einen Mini-Camper gekauft. Dann haben sie verschiedene Einsätze gebaut, die sie in den hinteren Raum des Hochdachkombis montiert haben. Zwei Blockelemente können im Handumdrehen in eine Liegefläche für zwei Personen verwandelt werden und bieten zudem Stauraum fürs Gepäck. Ein dritter Block bildet die Küche mit Waschbecken, einem 12-Liter-Frischwassertank und einem Gaskocher. Das Ganze ist modular und nicht fest verbaut, sodass der Wagen schnell wieder zu einem ganz normalen Fünfsitzer umgebaut werden kann. Wenn die Tour losgeht, dann sind noch eine tragbare Campingtoilette und ein Duschzelt mit Solardusche an Bord, die bei Bedarf aufgeschlagen werden.

„Einfach machen“, lautet ihr Rezept. Tatsächlich hat das Paar sich höchstens ein bisschen was woanders „abgeguckt“, aber keine Anleitung oder Baupläne verwendet, sondern viel ausprobiert und improvisiert. „Vier bis sechs volle Tage Arbeit“ habe der Umbau gedauert, schätzt Jennifer Simon.

Und bald geht es los. Als Ziel ist zunächst Binz auf Rügen angepeilt. Aber das lassen sich die Beiden noch etwas offen: „Wir fahren dem schönen Wetter nach – wenn es nicht stimmt, fahren wir woanders hin.“ Für die Übernachtungen, so Dominic Leiendecker, gebe es verschiedene Möglichkeiten, mit dem Gefährt zu kampieren, auch über den klassischen Campingplatz hinaus. Beispielsweise gibt es Apps, die auch Parkplätze mit der Möglichkeit zum Übernachten anzeigen. Aber eigentlich, erklärt Jennifer Simon, sei ihr Wunsch eher, „schöne Wildplätze zu finden, schöne Plätze für tolle Ausblicke“.

Mit „Karlchen Camper“, wie der Mini-Camper mit vollem Namen in Anlehnung an das „Streichholzkarlchen“ heißt, nehmen Dominic Leiendecker und Jennifer Simon einen Teil Heimatliebe mit auf Reisen und tragen ein Stück Offenbach in die Welt. Allerdings bei diesem ersten einwöchigen Trip nur innerhalb von Deutschland, wozu sich das Paar wegen Corona entschieden hat. Die nächste Tour könnte die Beiden dann aber auch über die Landesgrenzen hinaus führen.

Verfolgen kann das jeder, der Instagram nutzt: Auf dem Account „karlchen_camper“ halten Dominik Leiendecker und Jennifer Simon ihre Follower ständig auf dem Laufenden über ihre Abenteuer, die sie auf ihren Touren mit dem zum Camper verwandelten Auto erleben. (Von Jan Schuba)

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