Diabetes-Fußambulanz am Sana Klinikum

Aus für Offenbacher Vorzeigeprojekt?

Offenbach - Enttäuschung bei hunderten Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom, einer Wundheilungsstörung bei der Geschwüre an den Füßen schlecht heilen: Die Diabetes-Fußambulanz am Sana Klinikum in Offenbach, die seit Jahren als „bundesweites Vorzeigeprojekt“ gefeiert wird, steuert auf entscheidende Einschnitte zu. Von Peter Schulte-Holtey

„Am 30. Juni wird die Ambulanz den Betrieb in der bisherigen Form einstellen; wir haben den Kooperationsvertrag mit dem Sana Klinikum gekündigt“, teilten die Offenbacher Diabetologen Dr. Christian Klepzig und Dr. Gerd Nitzsche mit. Von Perspektivlosigkeit im Gemeinschaftsprojekt von Praxen und Klinikum ist die Rede. Nitzsche: „Seit fast zwei Jahren versuchen wir einen Ansprechpartner in der Verwaltung zu erhalten, mit dem ein umfangreicher Katalog zur Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich Diabetologie besprochen werden kann. Das Resultat: Fehlanzeige. “ Verschärft habe sich die Situation mit der Neubesetzung der Chefarztposition in der Medizinischen Klinik II 2014.

Klepzig: „Plötzlich werden Teile unserer Vorschläge umgesetzt, nur ohne uns. “ „Die Schulung wurde komplett umstrukturiert und eine klare Konkurrenzsituation zu den Diabetes-Schwerpunktpraxen geschaffen. Besprochen wurde vorher nichts“, ergänzt Nitzsche. Beide Ärzte sind enttäuscht: Besonders die gemeinsame Sprechstunde mit den Klinikärzten Dr. Dieter Klein und Dr. Stefan Rothfritz und den Austausch mit dem Gefäßexperten Professor Dr. Arend Billing und seinem Team werde man vermissen.

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Sana-Geschäftsführer Sascha John bedauert „den Schritt außerordentlich“. „Da eine enge Zusammenarbeit zwischen Klinikum und der Gemeinschaftspraxis seit vielen Jahren besteht und für die Versorgung der Diabetespatienten sehr wichtig ist, würden wir uns freuen, wenn die Kooperation fortgesetzt werden würde“, teilte er auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Wir werden prüfen, inwieweit das Klinikum das integrierte Versorgungskonzept fortführen kann.“

Rubriklistenbild: © Archiv: dpa

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