Entscheidung zur Zugangskontrolle fällt erst zum Wochenende

Offenbacher Weihnachtsmarkt wird eingezäunt

Am Montag wurde der Weihnachtsmarkt eröffnet – ohne Zugangskontrolle.
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Am Montag wurde der Weihnachtsmarkt eröffnet – ohne Zugangskontrolle.

Darmstadt hat es bereits am Mittwoch angekündigt, Offenbach hat am Donnerstag nachgezogen: Die jeweiligen Weihnachtsmärkte müssen eingezäunt werden. Nur so könne gewährleistet werden, dass die Märkte in Zeiten hoher Corona-Infektionszahlen überhaupt abgehalten werden könnten.

Offenbach - Seit am Montag der Offenbacher Weihnachtsmarkt öffnete, wurde das Verhalten der Besucher beklagt: Gerade in den Abendstunden herrscht Gedränge, die Besucher stehen dicht an dicht vor den Buden. Masken werden trotz des Appells des Veranstalters, diese aufzuziehen, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, jedoch nur vereinzelt getragen. Besonders rund um das Karussell, das an der Ecke Aliceplatz / Frankfurter Straße steht, wurde etwa am Mittwochabend kaum auf Abstände oder Maskenpflicht geachtet. „Bei dem Anblick vergeht mir die Lust, hier Zeit zu verbringen“, klagt eine Besucherin gegenüber unserer Zeitung.

Organisator Klaus Kohlweyer hatte früh betont, dass nicht nur die Beschicker, sondern auch die Besucher vernünftig handeln müssten. Der Markt ist für dieses Jahr so geplant, dass für einige Bereiche, etwa die mietbaren Hütten, die 2G-Regel (nur Geimpfte oder Genesene) gilt. Im Bedarfsfall könnten die Regeln für den gesamten Markt verschärft werden, hieß es noch vor gut sechs Wochen.

Das ist nun eingetreten, die Stadt hat angesichts des Infektionsgeschehens die Reißleine gezogen, der Markt wird eingezäunt und der Zugang beschränkt. Bisher hatten die ausrichtende Gesellschaft Pro OF und die Stadt das vermieden – wohl mit Blick auf die Kosten: Einzäunung und Sicherheitsdienst schlagen nämlich mit Mehrkosten von rund 80 000 Euro zu Buche. Da die Stadt zugesagt hatte, alle durch die Corona-Pandemie entstehenden Mehrkosten zu übernehme, darf angenommen werden, dass im Rathaus der Wille zur Umzäunung naturgemäß wenig ausgeprägt war beim Blick auf die Ausgaben.

Da der Markt am Totensonntag (21. November) ohnehin geschlossen ist, soll an diesem Tag die Umzäunung installiert werden. Bereits am gestrigen Donnerstagabend patrouillierte die Stadtpolizei auf dem Markt und kontrollierte die Einhaltung der 2G-Regel in den ausgewiesenen Bereichen.

Nach welcher Regelung die Zugangskontrollen ab Montag erfolgen sollen, das hat der Magistrat am Donnerstag jedoch noch nicht entschieden: Das exakte Prozedere soll wohl erst der Verwaltungsstab am heutigen Freitagnachmittag festlegen.

Man wolle nichts voreilig beschließen, bevor man nicht die Regelungen von Bund und Land kenne, heißt es seitens der Stadt. „Es ist klug, hier noch ein oder zwei Tage abzuwarten“, sagt Stadtsprecher Fabian El Cheikh. Sollte das Land keine Marschrichtung vorgeben, müsse die Stadt abwägen, welche Zugangskriterien gelten sollten.

Denkbar sind somit mehrere Szenarien: Dass eine Besucherobergrenze festgelegt wird oder dass der Zugang nach der 2G-, 2G-Plus- oder 3G-Regelung erfolgt. Die Stadt betont, dass man keinen Alleingang wolle, sondern sich mit der Region absprechen müsse. Es sei nicht sinnvoll, etwa in Offenbach Ungeimpfte auszuschließen, wenn Frankfurt diesen Zugang gewähren würde – so würde das Problem nur in eine andere Stadt verlagert. Bis Montag sollte aber die Entscheidung gefallen sein, denn die Kontrolleure benötigen dann Richtlinien.

Ob es Änderungen am – zugegeben geringen – Bühnenprogramm gibt, ist nicht bekannt. Das ursprüngliche Marktkonzept hatte jedenfalls keins vorgesehen, um große Menschenansammlungen zu vermeiden – die Stadt hatte jedoch vor der Eröffnung verkündet, dass sich Vereine und Initiativen bewerben könnten für solche Auftritte.

Von Frank Sommer

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