Offenbacher Woche

Flotte Rhythmen und volle Läden

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Sonnenschein lockte gestern die Offenbacher zum verkaufsoffenen Sonntag in die Innenstadt. Nachmittags wurde es richtig voll auf der Frankfurter Straße.

Offenbach - Regenjacke, vielleicht ein Schal und sogar noch eine Sonnenbrille – mit dieser Ausstattung waren die Besucher der gestern zu Ende gegangenen Offenbacher Woche bestens für das Treiben in der Innenstadt gerüstet. Von Fabian El Cheikh

Allzu großes Gedränge hält noch am Freitagabend und Samstag nicht von einem Abstecher in die Fußgängerzone ab, eher das für Juni unerwartet windige und kühle Wetter. Derlei Kapriolen aber sind die Veranstalter – der Gewerbeverein Treffpunkt Offenbach – nach der nunmehr 18. Veranstaltung dieser Art ja schon gewöhnt. „Wir hatten insofern Glück, als dass es anders als im vergangenen Jahr nicht geschüttet hat“, zieht die Treffpunkt-Vorsitzende Christiana Baudach am verkaufsoffenen, sonnigen Sonntagnachmittag eine erste Bilanz.

Auch für die kleinen Besucher wurde einiges geboten. Heiß begehrt waren Fotos mit den Star Wars-Figuren in der Galeria Kaufhof.

Die fällt zu dieser Stunde auch ungeachtet der letztlich alles entscheidenden Witterung „sehr, sehr positiv“ aus. „Sowohl in den Geschäften als auch draußen verzeichnen wir sehr viele Besucher und Kunden“, freut sich Baudach. Ausgesprochen gut besucht ist etwa die Galeria Kaufhof, aber auch das Kaufhaus M. Schneider, in dem wie in anderen Geschäften Sonderrabatte zum Geldausgeben verleiten. Zumal Monatsanfang ist – ein guter Zeitpunkt, in dem der Groschen eben etwas lockerer sitzt. „Viele unserer Kunden haben heute Zeit zum Bummeln, zumal das für uns wichtige Parkhaus im KOMM einen Sondertarif anbietet“, berichtet Geschäftsführer Stefan Becker.

„Das Geschäft läuft stärker als an einem Samstag“

Nach dem großen Regen greifen Frau und Mann nun endlich auch zur Sommerware, stehen sie zur Freude Beckers in Schlangen vor der Kasse. „Das Geschäft läuft stärker als an einem Samstag“, so das Fazit.

Die Icebreakers der Offenbacher Stadtgarde zogen mit Trommeln und Blasinstrumenten durch die Innenstadt.

Ähnliches berichtet Hans-Jörg André vom gleichnamigen Musikhaus. „Der Schnäppchenmarkt läuft, obwohl im Vorfeld kaum beworben, sehr gut.“ 80 Prozent Rabatt sind drin. Vor dem Geschäft laden erstmals Musiklehrer zum flotten Gitarren- und Klavier-Schnupperkurs ein. Innerhalb einer halben Stunde gelingt der erste eigene Song. Ein Angebot, das gut in Anspruch genommen wird und auch Zuschauer zur kurzen Rast animiert. Im Innenhof wiederum wird windgeschützt auf Bierbänken sitzend der Musik von „Funky Family“ gelauscht.

Musikprogramm der NDW-, Abba- und Queen-Coverbands

Bereits am Freitag und Samstag findet das Musikprogramm der NDW-, Abba- und Queen-Coverbands auf dem Aliceplatz sein Publikum. Da noch mit der Wind- und Regenjacke, gestern Mittag beim Auftritt von Backroots und Louisiana darf dann die Sonnenbrille auf der Nase sitzen. Die Sonnenstrahlen heizen sogar richtig auf, so dass sich auch die Eisdielen großer Beliebtheit erfreuen.

Merqury sang auf der Livebühne am Aliceplatz Songs von Queen.

Das lang vermisste strahlende Blau am Himmel dürfte in den letzten Stunden vor der Auslosung noch so manchen um den Gewinn gebracht haben. Und wenn nicht die Sonne, dann vielleicht die „heißen Rhythmen“ der Icebreakers der Offenbacher Stadtgarde, die mit Trommeln und Blasmusik dem Eisblock auf der Frankfurter die letzte große Aufmerksamkeit bescheren. Bürgermeister Peter Schneider obliegt es, nach sechs Wochen das Häuschen zu öffnen, in dem das Eis, bestens wärmegedämmt, seit April vor sich hingeschmolzen ist. Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Energiesparinitiative, an der alle energierelevanten Unternehmen aus der Stadt beteiligt sind.

Eisblockwette in Offenbach

Bürgermeister Peter Schneider lässt’s ab: Um genau 185,5 Liter ist der ein Kubikmeter große Eisblock innerhalb von sechs Wochen schlanker geworden. 80,797 Prozent blieben von ihm übrig.

Große Spannung, gleich ist’s soweit. Endlich wird aufgeklärt, wie viel Prozent von dem einen Kubikmeter großen Eisblock übrig geblieben sind. 360 Einsendungen hat es gegeben, fast alle kamen aus Offenbach, resümiert Heike Hollerbach vom städtischen Umweltamt. „Manche haben daraus eine Wissenschaft gemacht, mathematisch errechnet, wie viel unter den physikalischen Bedingungen noch übrig bleiben könnte.“ Zehn Gewinner dürfen sich über Preise freuen.

Schneider greift sich den Akkuschrauber, löst die Schrauben, öffnet die Spanplatte, die das Innere verdeckt. Das Schmelzwasser steht hoch im Auffangbehälter, schießt durch einen Schlauch heraus, füllt Eimer um Eimer. Minuten später läuft’s langsamer, werden statt Putzeimern Messbecher aus der Küche untergehalten. Als der letzte Tropfen raus ist, steht das Ergebnis fest: Exakt 80,797 Prozent sind vom Eisblock noch übrig.

Bilder zur Offenbacher Woche 2013

Offenbacher Woche 2013

„Eine spannende Idee“, findet eine Zuschauerin und macht sich weiter auf ihrer Einkaufstour. Inzwischen ist’s richtig voll auf der Frankfurter, mehr als noch am Samstag gibt es einige Attraktionen zu bewundern und besonders zahlreich zieht’s die Zuschauer zur Fashion-Show an den Laufsteg, wo neben Erwachsenen auch die Kleinen schon fast so laufen wie Heidi Klum. Hauptsache, sie haben Spaß dabei.

Die Gewinner der Eisblockwette: Platz 1: Nicole Eckert, Offenbach, gewinnt ein Wochenende in einem Igluhotel im Allgäu. Platz 2: Meby Herrscher, Offenbach, Ballonfahrt über Offenbach. Platz 3: Wilma Brandner, Offenbach, "Eisflatrate" in Offenbacher Eiscafes. Platz 4 bis 10: Strommessgerät und Hygrometer, alle Gewinner werden vom Umweltamt angeschrieben.

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