Offenbacher Woche: Erlebnis für Wetterfeste

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Unverzichtbares Utensil beim verkaufsoffenen Sonntag zum Abschluss der Offenbacher Woche: Der Regenschirm.

Offenbach - Wohl selten hat der mit einem attraktiven Programm vollgepackte verkaufsoffene Sonntag zur Offenbacher Woche derart unter dem miesen Wetter gelitten wie die 17. Auflage. Von Matthias Dahmer

Während die Angebote in den Geschäften selbst durchaus auf eine interessierte und zahlenmäßig nicht mal so geringe Kundschaft stießen, waren die, die gestern draußen aufgebaut hatten, die Verlierer.

Doch vermutlich musste man es an diesem nassen Sonntag nur so sehen wie Renate Sesemann: „Der Regen macht mir überhaupt nichts aus. Im Gegenteil.“ Die Offenbacher Woche, sagt die am Bieberer Berg wohnende Dame, locke sie immer. Mit Regenschirm ausgestattet ist sie zu Fuß in die Stadt gekommen, um sich zunächst einmal die Modenschau vor M.Schneider anzusehen.

Bilder von der Offenbacher Woche 2012

Roxxbusters bei der Offenbacher Woche

Es ist kurz vor 13 Uhr und die Wenigsten der ohnehin schon Wenigen auf der Frankfurter Straße können sich vorstellen, dass in Kürze die geplante Laufsteg-Show vorm Modehaus startet. Doch niemand soll enttäuscht werden. Mit ein bisschen Verzögerung, der Regen hat etwas nachgelassen, startet die gemeinsam von M.Schneider, Galeria Kaufhof, dem Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin und dem Neuen Bettenhaus organisierte Schau.

Während Passanten ohne Regenschutz von Vordach zu Vordach hasten und nur die mit großen Schirmen am Laufsteg stehen bleiben, erinnern die Models mit ihren Präsentation daran, dass es tatsächlich Sommer ist in Deutschland.

Sorgten für eine Brise Sommer auf dem Laufsteg: Die Nachwuchsmodels präsentierten Mode für Kinder.

Ein paar Meter weiter steht noch unschlüssig ein Ehepaar, das jedem um Attraktivitätssteigerung der Innenstadt bemühten Marketingstrategen Freudentränen in die Augen treiben dürfte: Die zwei sind extra aus Heidelberg angereist, um den Shopping-Sonntag in Offenbach zu genießen. „Wir haben im Internet nachgeschaut, wo verkaufsoffen ist, das machen wir öfter so“, erzählt der Gatte. Einen bestimmten Artikel hat das Pärchen nicht im Blick, erstmal ist nur Bummeln angesagt.

Foto-Aktionen und Apfelperlwein

Hingucker in der Galeria Kaufhof: Sternenkriegerin Darth Maladi mit Lichtschwert.

Das klappt am besten dort, wo es überdacht und trocken ist. Wie in der Galeria Kaufhof etwa, wo Foto-Aktionen und Apfelperlwein warten. „Ich glaube er hat Angst“, entschuldigt die Mutter ihren Sohnemann bei Darth Vader. Der Herr in schwarz und mit einer in der Tat Furcht einflößender Maske ist Teil eines Ensembles aus Verkleideten, die den Figuren aus den Star- Wars-Filmen nachempfunden sind. In der vierten Etage von Galeria Kaufhof lassen sich Kinder mit ihren Helden fotografieren. Ähnliches läuft im ersten Stock, wo Damen in neuester Mode oder in Dessous ins rechte Licht gerückt werden. Der Erlös aus allen Aktionen, sagt Galeria-Chefin Christiana Baudach, kommt der Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom, einer genetisch bedingten Erkrankung, zugute.

Trotz des Wetters ist die Geschäftführerin nicht unzufrieden mit der Offenbacher Woche insgesamt. Die vorhergehenden Tage, besonders der Samstag, seien hervorragend gewesen, sagt sie. Ähnlich sieht das Stefan Becker, Geschäftsführer von M.Schneider. Von Donnerstag bis Samstag sei es sehr gut gelaufen. Was den Sonntag angeht, spricht Becker mittags wohl allen aus der Seele: „Wir hofen, dass es mit dem Regen aufhört.“

Hafen, Kaiserlei und Buchhügel

Das hoffen auch die beiden Mitarbeiterinnen des Amts für Stadtplanung und Baumanagement, die auf dem Hugenottenplatz im Info-Zelt von Stadtkonzern und EVO auf Wissbegierige warten. Immerhin: 32 Besucher haben sich in den ersten zwei Stunden dorthin verirrt. Hafen, Kaiserlei und Buchhügel sind die Projekte gewesen, die am meisten interessiert haben.

Auch das war die Offenbacher Woche: Vorm Bürgerbüro kamen am Samstag, bei noch gutem Wetter, Fundsachen unter den Hammer.

Mehr Interesse am Einkauf als an der am Eingang neben EM-Trikots aufgebauten „Tiki-Bar“, hat die Kundschaft bei C&A, und die Band auf der Bühne am Stadthof sorgt dafür, dass unter den umliegenden Überdachungen mitgewippt wird. Allein den automobilen Neuheiten auf dem Aliceplatz scheint der Regen komplett einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben. Der Hybrid von Toyota etwa oder der neue Käfer, bei trockenem Wetter Garanten für neugierige Blicke, stehen ziemlich verlassen da.

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Ein weiterer Profiteur des verhangenen Himmels ist dagegen eindeutig das KOMM. Reges Treiben auf allen Etagen, darf dort notiert werden. Die Besucher der Offenbacher Woche nutzen das Einkaufzentrum zum Shoppen, Flanieren, Kaffeetrinken oder auch nur für ein Ruhepäuschen auf einem der Massagesessel.

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