Offenbacherin gewinnt Laden:Ein paar durchkochte Nächte

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Das Apfelwein-Gelee muss hinters „Gerippte“ - Marina Caktas beim Einräumen in ihrem gewonnenen Laden, dem „Pop up-Store“.

Offenbach - Ganz in Weiß, wie Wolken sein sollten, hat Marina Caktas den Laden eingerichtet. Ihre „Genusswolke“ schwebt diesen Monat über der Frankfurter Innenstadt – in der Zeilgalerie. Von Katharina Hempel

Die Offenbacherin gewann bei einem Gewinnsspiel der Zeitschrift „Für Sie“ und der Kellerei Freixenet. Der Preis: ihr Traumladen im Wert von 15.000 Euro.

Aus 230 Projekten ist das von Marina Caktas zum Sieger gewählt worden. Das Konzept, mit dem die gelernte Hauswirtschafterin die Jury überzeugte: selbstgemachte Marmeladen, Gelees und Chutneys, viele davon auf Apfelweinbasis. „Ich habe immer den Apfelwein im Auge, weil der ein tolles Produkt ist. Ich habe lange in New York gelebt. Die Amerikaner finden es toll, dass wir Deutschen so viele Traditionen haben. Und der Apfelwein gehört da für mich definitiv dazu. Er ist ein altes, bestehendes Produkt“, erläutert die 44-Jährige ihren Weg vom Big Apple zum Äppler.

Apfelweingelee, Quittenmus oder schwarzes Zwiebelchutney

Tradition und Moderne verbindet Marina Caktas in Offenbach, wo sie im Juni ihre Firma gründete. „Gerade wird das Jam Lab gebaut, mein Marmeladenlabor.“ So nennt sie ihre Küche. Dort ist die Genusswolke zuhause – wenn sie gerade keinen Ausflug in die Nachbarstadt macht.

In ihrem „Jam Lab“ tüftelt die „Gelee-Wissenschaftlerin“ an neuen Kreationen, rührt Chutneys, kocht Marmeladen ein. Im Marmeladenlabor entstanden Apfelweingelee, Quittenmus oder schwarzes Zwiebelchutney. „Es gibt einige Läden in Frankfurt und einen in Offenbach, die Käsefabrik L’Abbate, die meine Produkte schon verkaufen.“

Die nächsten vier Wochen bringt Marina Caktas ihre außergewöhnlichen Leckereien persönlich an die Kunden. Damit ihr die Vorräte in der Zeilgalerie nicht so schnell ausgehen, hat sie vorgearbeitet. „Für das Kontingent an Gelees habe ich jetzt ein paar Nächte durchgekocht“, lachte die glückliche Gewinnerin.

Reiz macht die Vergänglichkeit

Das Etikett auf den Gläschen, durch die der Inhalt verlockend schimmert, ist schwarz. In der Mitte schwebt die Genusswolke. Dahinter fügen sich feine gelbgoldene Linien zusammen zu dem typischen Rautenmuster der Apfelweingläser, zum „Gerippten“. Die Ladenausstattung greift das Muster auf. Hinter weißen Rauten stapeln sich die Chutneys, Marmeladen und Gelees. Das Geschäft trotzt in der fünften Etage jedem Sturm, bevor es sich nach 31 Tagen wieder in Luft auflöst.

Nicht, weil die Genusswolke eine temporäre Wettererscheinung wäre, sondern weil sie ein so genannter Pop up-Store ist. Übersetzt: Ein „Aufklapp-Laden“. Die sind plötzlich da und ebenso schnell wieder weg, wie sie aufgetaucht sind. Ähnlich wie die kurzfristigen und kurzzeitigen Menschenaufläufe, die so genannten Flashmobs. Den Reiz macht die Vergänglichkeit: Was rar ist, ist begehrt und entwickelt eine höhere Anziehungskraft.

Dass sich die Ladentüren bald wieder schließen, bedauert die Köchin keinesfalls. „Das Geschäft würde ich gar nicht behalten wollen. Aber ich will damit Werbung für meine Kochkurse machen.“ Einen Vorgeschmack bekommen die Besucher: „In meinem Pop up-Store steht eine Miniaturküche. Es gibt doch nichts Schöneres in der Weihnachtszeit, als es brutzeln und braten zu hören.“

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