Stadt verbaut in Bieber-Nord Schallschlucker

Für 3,7 Millionen Euro vom Lärmschutz umzingelt

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Mächtige Schallschutzwände sollen die künftigen Bewohner von Bieber-Nord vor dem Autolärm der B 448 bewahren. Mit den Arbeiten ist die Stadt in Verzug, was sich auch auf den Zeitplan der Häuslebauer auswirken wird.

Donald Trump hätte zweifellos seine Freude an der Mauer, die zum Schutz des Baugebiets Bieber-Nord, derzeit entlang der B448 in die Höhe wächst.

Offenbach – Um die sechs Meter hoch sind die Stahlbeton-Elemente, die auf einer Länge von etwas mehr als 500 Metern die künftigen Bewohner vor Autolärm bewahren sollen. Weitere Schallschlucker fürs Neubaugebiet entstehen an der verlängerten Dietesheimer Straße sowie entlang der S-Bahn-Trasse. 3,7 Millionen Euro lässt sich die Stadt das Ganze kosten.

Sigrid Pietzsch, stellvertretende Leiterin des Stadtplanungsamts, hat die Details: An der Bundesstraße ist der Lärmschutz in zwei Abschnitte geteilt. 510 Meter bestehen aus den Stahlbeton-Elementen, die aus Blickrichtung Baugebiet 2 bis zu 3,40 Meter aus einer davor aufgeschütteten Böschung herausragen. Die übrigen 110 Meter sind reiner Erdwall. Die Dimensionen, erläutert Pietzsch, seien durch den erforderlichen Lärmschutz vorgegeben.

Die künftigen Bewohner von Bieber-Nord sollen indes nicht gegen eine kahle Betonwand blicken. Die Elemente zieren sogenannte Gabionen, mit Steinen gefüllten Drahtkästen, die später noch begrünt werden. Terrassenartig geht es an der Wand nach unten, oberhalb des Straßenniveaus ist ein Weg entlang des Lärmschutzwalls vorgesehen. Wohnbebauung und Wall, so Stadtplanerin Pietzsch, trennen Gehweg, Parkplätze und eine Baumreihe.

Ursprünglich sollte der Schallschutz entlang der B 448 bis Ende März errichtet sein. „Diesen Zeitplan werden wir nicht halten können“, bedauert Sigrid Pietzsch. Das hat Auswirkungen auf die privaten Häuslebauer, die nun entsprechend später loslegen müssen. Einzelheiten dazu, verspricht die stellvertretende Amtsleiterin, würden demnächst mitgeteilt.

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An der verlängerten Dietesheimer Straße in Höhe der Brücke über die B 448 sind auf 110 Metern weitere Lärmschutzwände geplant. Sie entstehen auf der dem Baugebiet gegenüberliegenden Straßenseite und sind in dem zum Teil abfallenden Gelände bis zu vier Meter hoch.

Der dritte schutzbedürftige Bereich befindet sich entlang der S-Bahn-Trasse: Dort werden laut Sigrid Pietzsch auf einer Länge von 150 Metern Lärmschutzwände mit einer Höhe von 2,50 Meter errichtet. Auch sie sollen zum Baugebiet hin mit Gabionen bestückt werden.

Das zwölf Hektar große Baugebiet Bieber-Nord, in dem einmal 2100 Menschen wohnen sollen, hat eine lange Vorgeschichte: Bereits 1999 wurde der Bebauungsplan aufgestellt, ungeklärte Grundstücksfragen führten dazu, dass erst im Oktober 2017 der offizielle Spatenstich erfolgte. Gerade noch rechtzeitig, bevor ab 2018 eine Siedlungsbeschränkung gegolten hätte – wegen der Fluglärm-Dauerbeschallung von mehr als 60 Dezibel wäre Wohnungsbau dort nicht mehr möglich gewesen.

Von Matthias Dahmer

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