OB besichtigt neue Kanzlei in Dreieichpark-Villa

„Für die Stadt war’s das Beste“

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Hoch zufrieden zeigten sich städtische Vertreter und die neuen Besitzer des ehemaligen Rosenheim-Museums mit dem Ergebnis der umfangreichen Sanierungsarbeiten (von links): Barbara Berghofer und Jürgen Amberger (beide Wirtschaftsförderung), die Senior-Partner Herbert Reitbauer und Klaus Herbst, OB Horst Schneider sowie Boris Reitbauer. (Bild vergrößern)

Offenbach - . Wie viele Mandanten die imposante, schwere Eingangstür nicht als solche erkennen und am Lieferantenausgang klingeln? „Berechtigte Frage“, sagt Wirtschaftsprüfer Herbert Reitbauer und lächelt. Von Jenny Bieniek 

Künftig sollte dies jedoch nicht mehr vorkommen, ein entsprechendes Hinweisschild sei schon bestellt. Zusammen mit seinem in Offenbach lebenden Geschäftspartner Klaus Herbst und Sohn Boris Reitbauer hat er das ehemalige Rosenheim-Museum im Dreieichpark im Jahr 2012 erworben, um darin die eigene, zuvor in Frankfurt niedergelassene Kanzlei zu führen. Die Stadt Offenbach verkaufte den Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern das dazugehörige Grundstück, nach einer aufwändigen Renovierung der unter Denkmalschutz stehenden Villa hat die 14-köpfige Belegschaft das ehemals städtische Kleinod inzwischen bezogen. „Einen ordentlichen sechsstelligen Betrag“ haben sich die neuen Besitzer den Umbau kosten lassen. „Dafür hätte man auch ein Einfamilienhaus haben können“, bilanziert Klaus Herbst. Allein die Materialkosten beliefen sich auf rund 80.000 Euro.

Schweren Herzens habe sich Rosenheim vor zwei Jahren von der Immobilie getrennt, erinnert sich Oberbürgermeister Horst Schneider, der die Neu-Offenbacher zusammen mit seinen Kollegen von der Wirtschaftsförderung im neuen Domizil begrüßte. „Inzwischen hat er aber seinen Frieden damit gefunden“, weiß Schneider. Wie zum Beweis zieren zahlreiche Leihgaben des Künstlers das Innere der Kanzlei. Schneider ist froh, dass auch durch die neue Nutzung der Villa das Ambiente des umliegenden Parks erhalten bleibt. „Für die Stadt war es die beste Lösung.“ Bei einem Rundgang präsentierten Reitbauer und Herbst nicht ohne Stolz ihre neuen Räume. In mehr als 5000 Arbeitsstunden haben Fachkräfte innerhalb von vier Monaten ganze Arbeit geleistet und den noch vorhandenen Stilelementen wie Stuck an den Decken zu neuem Glanz verholfen. Auch der Balkon darf dank neuem Geländer wieder benutzt werden. „Der Blick auf die Frankfurter Straße ist toll, aber auch das Grün ringsherum ist nicht zu verachten“, sind sich die neuen Besitzer einig. Ein Architekt sorgte für ein harmonisches Gesamtbild aus alten und neuen Elementen: Das Holz des Treppengeländers findet sich in den Türrahmen wieder, die rund 5000 verlegten Meter Kabel verschwinden hinter unauffälligen Abdeckungen. Dazu: Glattputz, von unten verkleidete Treppen und Rauchmelder in jedem Raum.

Parkhaustest in Offenbach

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Letztere waren den vielen Auflagen in Sachen Brandschutz geschuldet, erzählt Herbst. Schwere Rauchschutztüren verbinden die durch eingezogene Trennwände geschaffenen Räume. Die großzügige Empfangshalle biete „Platz zum Atmen“, wie es Herbert Reitbauer nennt. Man sei sich der Verantwortung bewusst, die die Übernahme einer solch geschichtsträchtigen Immobilie mit sich bringe. Weil mit Boris Reitbauer bereits jetzt ein Nachfolger feststehe, könne die Stadt aber sicher sein, dass das Gebäude in guten Händen bleibe. Das Dachgeschoss ist bereits ausgebaut, eine Expansion damit möglich. Und so ist das 1876 erbaute Gebäude, das als „Villa Jäger“ ins Stadtgedächtnis einging und den meisten Offenbachern noch immer als Stadtmuseum vertraut sein dürfte, erneut in Privatbesitz. Für die Zukunft stehen noch Sandsteinausbesserungen an der Fassade an, „aber damit warten wir aus steuerlichen Gründen noch ein bisschen“, wirft Herbst mit einem Augenzwinkern ein.

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