Keine Patentlösung gegen Raser

Offenbachs OB Felix Schwenke stellt sich online Fragen der Bürger

Spuren auf dem Asphalt: Raser und Poser auf dem Mainuferparkplatz sind vielen ein Dorn im Auge.
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Spuren auf dem Asphalt: Raser und Poser auf dem Mainuferparkplatz sind vielen ein Dorn im Auge.

Normalerweise nutzt Oberbürgermeister Felix Schwenke die Veranstaltungsreihe „OB vor Ort“, um sich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin von Stadtverwaltung und Stadtwerken Bürgerfragen zu stellen, die Menschen in der Stadt zu treffen, mit ihnen zu sprechen. Im Moment macht Corona das unmöglich. Also wurde die jüngste Veranstaltung ins Internet verlegt.

Offenbach – „Besser als gar keine Veranstaltung“, meint der OB und hat wohl recht. Immerhin 433 interessierte Bürgerinnen und Bürger schalteten sich der Videoübertragung von Zuhause aus zu, hatten dabei die Möglichkeit, über ein Texteingabefeld Fragen zu stellen und Kommentare zu hinterlassen. Themenschwerpunkt waren diesmal Hafen, Kaiserlei, Mathildenviertel, Stadtzentrum, Nord- und Westend.

Schon vorab waren bei der Stadtverwaltung mehr als 100 Bürgerfragen per Mail eingegangen, und auch unter dem Stream auf der Stadt-Website häuften sich die Nachrichten schon Stunden vor Veranstaltungsbeginn. Mit denen setzte sich Schwenke nach einem 30-minütigen Vortrag über seine Arbeit, Ziele und Pläne für die Stadt auseinander – mit Unterstützung der zuständigen Fachleute.

Ein Thema, das vielen Bürgerinnen und Bürgern unter den Nägeln brennt, ist die Vermüllung auf der Hafeninsel, speziell auf der Hafentreppe. Vor allem die Kartons, der dort ansässigen Pizzeria, seien ein Problem, heißt es in mehreren Nachrichten an den OB. Ein Problem, das bekannt sei, bestätigt der. Und übergibt an Christian Broos von der Stabsstelle Sauberes Offenbach. „In der Pandemie hat das zugenommen, weil die Pizzeria nur Essen zum Mitnehmen anbietet“, sagt Broos. Er kann aber von einem Projekt berichten, das gerade in den Startlöchern steht. Bald werde am unteren Ende der Treppe eine sogenannte Pizzabox aufgestellt, die eigens fürs Entsorgen von Pizzakartons konzipiert ist. „Das funktioniert in anderen Städten gut, wir sind zuversichtlich, dass das auch bei uns etwas bringt.“

Viele Fragen seien auch zum Thema Autoraser- und poser auf dem Mainuferparkplatz eingegangen, sagt OB Schwenke. „Das Thema nervt mich selbst enorm und begleitet mich, seitdem ich in Offenbach Politik mache.“ Es sei keinesfalls so, dass man die Augen davor verschließe, man habe bereits einiges getan, aber es sei nicht genug. Und auch Ordnungsamtsleiter Peter Weigand muss zugeben, dass man alleine mit Kontrollen nicht weit komme. „Unsere Präsenz wirkt nicht lange nach, sobald wir weg sind, sind die wieder da.“ Auch bauliche Veränderungen wie Schranken oder Bodenschwellen seien schwierig umzusetzen. Weigand: „Für Schranken sind die Rampen, die auf den Parkplatz führen, zu schmal.“ Und was die Schwellen anbelangt, sei zu bedenken, dass die eben auch einen gewissen Geräuschpegel zur Folge hätten. „Wir haben keine Patentlösung“, sagt Weigand. Aber die zuständigen Dezernate seien immer mit dem Thema befasst.

Und so gehen Schwenke und seine Fachleute auf zahlreiche Bürgeranliegen ein, sprechen über die Stadtbegrünung, wilden Sperrmüll, Radwege, bezahlbaren Wohnraum und natürlich Corona. Aufgrund der Masse an Fragen sei es nicht möglich gewesen, alle zu klären, sagt OB Schwenke. Innerhalb der nächsten beiden Wochen sollen aber alle Antworten auf der städtischen Website zu finden sein. Auch künftig werde es „OB vor Ort“ geben, auch online, wenn Corona es nötig macht. „Der Dialog mit Ihnen ist mir wichtig und macht mir auch Spaß“, sagt Felix Schwenke. (Von Lena Jochum)

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