Größer als stets verbreitet

Offenbachs Schulden knapp vor der Milliarde

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Der Taschenrechner kommt ins Schwitzen: 968 Millionen Euro hoch ist Offenbachs Schuldenberg momentan.

Offenbach - Als der Regierungspräsident den Offenbacher Haushalt für das Jahr 2012 genehmigte, sah er das Überschreiten einer markanten Schwelle zum 31. Dezember 2013 voraus: Aller Wahrscheinlichkeit nach werde dann die erste Schulden-Milliarde erreicht sein. Von Thomas Kirstein

Zehn Monate vorher ist es fast schon so weit; das für 2013 geplante Defizit von 57 Millionen berücksichtigt, kann die RP-Prognose als so gut wie erfüllt gesehen werden. 968 Millionen Euro hoch ist Offenbachs Schuldenberg momentan. Die in Schreiben, Reden und Presseveröffentlichungen gern zur Illustration der Belastung genannten 760 Millionen sind also längst ein nostalgischer Wert.

Vermutlich ist dieser Betrag schon irgendwann zu Zeiten des Stadtkämmerers Michael Beseler genannt und seitdem immer ab- statt fortgeschrieben worden. Auch von seinem Nachfolger im Amt des Kassenwarts, Oberbürgermeister Horst Schneider. Der RP schrieb in seiner Genehmigung des 2012er-Etats von „Verbindlichkeiten des Kernhaushalts sowie der Eigenbetriebe zum 31. Dezember 2011“ von 756,8 Millionen.

Schuldenlast von 968 Millionen

Die gegenwärtige Schuldenlast von 968 Millionen teilt sich nach Angaben von Kämmereileiter Winfried Ermert auf in 368 Millionen Euro an langfristigen Darlehen, die in der Mehrzahl für Investitionen wie das ehrgeizige Schulprogramm aufgenommen wurden. 600 Millionen sind Kassenkredite, also Beträge, um die Offenbach seit Jahren sein Konto für laufende Ausgaben überziehen muss. OB Schneider betont, dass 97 Prozent der Kassenkredite für gesetzliche Pflichtaufgaben nötig sind.

Neu in der Gesamtsumme ist seit Dezember ein Darlehen über 90 Millionen, mit dem die Liquidität des Klinikums bis zu dessen Verkauf gesichert werden kann. 24 Millionen sollen schon abgerufen sein. Mit Beitritt zum Rettungsschirm des Landes bekommt Offenbach 211 Millionen Euro Schulden abgenommen. In einem schlimmen Fall kann sich das aber wieder ausgleichen, wenn der Klinikverkauf zu wenig einbringt. Denn auf dem Krankenhaus lasten städtische Bürgschaften von 240 Millionen Euro.

Mit diesem "Warenkorb" wird die Inflationsrate berechnet

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