Tag der Offenen Tür des THW

Anstrengend und aufregend

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Wie schweißtreibend das manuelle Befüllen von Sandsäcken ist, erfuhren Besucher beim Tag der offenen Tür des Technischen Hilfswerks am eigenen Leib.

Offenbach - Verletzte bergen, mit Blaulicht fahren und Sandsäcke füllen: Beim Tag der Offenen Tür des Technischen Hilfswerks (THW) gab es viel zu sehen und zu tun. Von David Heisig

Viele Offenbacher verbinden die Damen und Herren des Technischen Hilfswerks (THW) vor allem mit dem Mainuferfest: Ob Stromversorgung, Wasseranschluss oder der Bratwurststand im Innenhof des Büsingpalais – die blauen Helfer sind allgegenwärtig. Beim Tag der offenen Tür am Stützpunkt an der Sprendlinger Landstraße konnte sich das Publikum davon überzeugen, dass das THW indes viel mehr macht.

„Wir wollen über unser Leistungsspektrum informieren. Insbesondere auch über die Sonderausstattung, die wir hier in Offenbach haben“, erklärt Zugführer Michael Zier. Schweres Beräumen mit großen Fahrzeugen, Wasserrettung mit Booten oder auch die Beleuchtung von Unfallorten ist spezielles Wissen aus Offenbach.

Hauptaufgabe der 1950 gegründeten Organisation ist der Katastrophenschutz. „Rettung von Mensch, Tier und Gut aus Gefahrenlagen“ ist das Ziel der Bergungstrupps. Hinzu kommen Anforderungen des Bevölkerungsschutzes und der Gefahrenabwehr. Vielen Helfern ist das Elbhochwasser vom vergangenen Jahr noch gegenwärtig. Der Ortsverband Offenbach war dort im Einsatz.

Alle packen mit an

Um einen Eindruck zu vermitteln, fährt ein Radlader mit Sand vor. Die Vorrichtung zum manuellen Befüllen von Sandsäcken wird aufgebaut. Der Selbstversuch zeigt: Das ist anstrengend. „Machen sie das mal acht Stunden lang“, sagt der Helfer des THW lachend, der die Aktion betreut. Vor allem die Solidarität der Bevölkerung in der Notlage an der Elbe vergangenes Jahr habe ihn beeindruckt, sagt er. Alle hätten mit angepackt.

„Wir haben eine Maschine für so was“, schmunzelt einer von der Freiwilligen Feuerwehr. Er meint das aber keineswegs despektierlich. Die gebe es natürlich, kontert der THWler. Und zwar auch beim THW. Allerdings bei weitem nicht so viele, wie in einer großen Hochwasserlage erforderlich. So sei Schippen angesagt. Martin Okapzek aus Offenbach bestaunt mit seinem Sohn Clemens die großen Fahrzeuge: Den Sechs-Achser mit Drehleiter, den Radlader und die Gerätekraftwagen. „Alles sehr aufregend“ sagt er und ist ebenso begeistert wie der Sohnemann. Andrang herrscht auch bei den Rundfahrten mit dem Mannschaftswagen. Zu viele warten auf den Einstieg. Klar, dass es Tränen gibt, wenn es nicht gleich klappt. Spätestens, als der Laster mit Blaulicht zurück auf den Hof rauscht, weichen die Tränen der Wartenden freudiger Erwartung auf Runde zwei.

Zwischenzeitlich führt eine Hundestaffel ihre Arbeit vor. Kinder können sich auf der großen Hüpfburg austoben oder zusammen mit den Großen das Boot zur Wasserrettung in Augenschein nehmen.

Katastrophenschutzübung in Offenbach

Derweil bereitet das THW alles für eine Rettung vor. Ein Industrieareal ist nach einem Erdbeben eingestürzt. Auf dem Fabrikdach liegt ein Schwerverletzter. Das Szenario ist fiktiv, die Arbeit der Helfer real. Das Areal sichern, zum Verletzten vordringen und diesen abseilen. Alles läuft so ab wie beim echten Notfall.

Alle engagierten sich ehrenamtlich, sagt Zier. So sei mit dem Tag der offenen Tür der Wunsch verbunden, Interessenten zu finden. Nach der Abschaffung des Wehrdienstes und dem Wegfall des siebenjährigen Ersatzdienstes beim THW, sind auch in Offenbach rund zwölf Helfer ausgefallen. Das sei bis heute „ganz gut kompensiert“ worden. Helfer brauche man dennoch, so Zier. Möglich ist das für alle, die körperlich fit und bereit sind, Zeit zu investieren. Grund- und Fachausbildungen sind hierbei selbstverständlich.

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