Gefährliche Körperverletzung im Zustand der Schuldunfähigkeit

Ohne Grund zugestochen: Bluttat in Offenbacher Hotel

Offenbach - „Warum? Warum? Warum? Seit einem Jahr frage ich mich das und bekomme keine Antwort!“ Mit dieser leidenschaftlich erflehten Begründung wird der 62-jährige ehemalige Portier M. eines Offenbacher Hotels wohl über das Prozessende hinaus nicht rechnen dürfen.

Am 4. Oktober 2014 war M. ohne Vorwarnung oder Streiterei hinter der Rezeption mit einem Fleischermesser niedergestochen worden. Der mutmaßliche Täter, ein 21-jähriger Offenbacher, muss sich seit gestern vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Darmstadt verantworten. Ibrahim S. wird gefährliche Körperverletzung im Zustand der Schuldunfähigkeit vorgeworfen. In der Anklageschrift heißt es, seine Steuerungsfähigkeit sei aufgrund einer Schizophrenie aufgehoben. Opfer M. ist als erster Zeuge geladen, über eine Stunde dauert die Vernehmung. Nicht nur die Seele des 62-Jährigen hat Schaden genommen, auch die drei Stiche in den Oberkörper haben Spuren hinterlassen: Die Atmung fällt ihm schwer, eine der Attacken verletzte die Lunge und verursachte an ihr einen chronischen Schaden.

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Durch die Schreie wurden Hotelgäste aufgeschreckt, ein Mann rief den Notarzt, eine Frau versuchte mit den Händen den Blutfluss zu stoppen. Der Portier musste notoperiert werden. Der Angeklagte hatte mit seiner Familie im Hotel gewohnt. Er soll völlig normal aus dem Zimmer gekommen, hinter die Rezeption gegangen sein und auf den ahnungslosen Portier eingestochen haben.

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Ibrahim S. wurde zunächst in Untersuchungshaft gesteckt, zwei Wochen später in die forensische Klinik nach Haina verlegt. Sein Verteidiger kündigt an, keine Angaben zur Sache machen zu wollen. Der Vorsitzende Richter Jens Aßling, bekannt für intensive Verhöre, lässt so schnell nicht locker, räumt extra eine halbe Stunde Pause ein, um dem Duo Zeit für eine neue Entscheidung zu geben. Doch das Ergebnis bleibt gleich.

gel

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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