„Ohne Immobilie wären wir nicht zurückgekehrt“

Offenbach - (tk) Es geht um rund 10 000 Quadratmeter in städtischer Verfügung, auf denen ehemals Blocks des Wohngebiets Eschig standen. Günstig gelegen zwischen der ehemaligen „Coca-Cola“ am Karl-Herdt-Weg und der Mühlheimer Straße haben die Chefs der Firma K&K Getränke schon seit längerem ein Auge darauf geworfen.

Etwa die Hälfte des Areals wäre die ideale Erweiterungsfläche für die Nachfolgefirma von Peter Herdt & Söhne, die im April von Hanau zurück nach Offenbach ziehen wird. Doch über Erwerb oder Vorkaufsrecht war lange zwischen Stadt und Firma keine Einigung möglich.

K&K-Geschäftsführer Martin Möller berichtet von sehr schwierigen Verhandlungen seit 2005. Ursprünglich hätten die Preisvorstellungen sehr weit auseinander gelegen, jetzt sehe man immerhin „Licht am Ende des Tunnels“. Aber, da macht er kein Hehl daraus: „Wenn wir hier nicht unsere Immobilie hätten, wären wir nicht aus Hanau zurück gekommen.“

Möller und Prokurist Rolf Engel hadern mit der Stadt. Sie hätten sich in der Vergangenheit mehr Entgegenkommen gewünscht: „Anfangs hat es immer geheißen, das Gelände hat einen Wert X, und den wollen wir auch.“

Im Hanauer Hafen, sagt Möller, wäre der Quadratmeter 60 bis 80 Euro billiger zu haben gewesen. Immerhin: Jetzt habe man sich angenähert, sei „noch etwa 20 Prozent auseinander“.

Sollte es zu einem Abschluss - 2010 hat sich die Firma als Marke gesetzt - und dann zu einer Erweiterung des bisherigen Firmengeländes kommen, wünscht sich Möller städtische Großzügigkeit: „Dann möchten wir mit unserer Millioneninvestition nicht wie ein Problemfall behandelt und mit tausend Auflagen überschüttet werden. Ich hoffe, es wird anerkannt, dass wir jemand sind, der sich für diese Stadt engagiert.“

Dass sich die 2005 begonnenen Verhandlungen über das Areal, für das die Nassauische Heimstätte bis zu einem Verkauf Erbpacht an die Stadt zahlt, lange problematisch gestalteten, will Jürgen Amberger, der Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, gar nicht abstreiten. Mehrfach seien Preisvorstellungen seitens der Firma revidiert worden. Nun sieht aber auch er doch noch gute Aussichten für eine Einigung.

Zentraler Punkt war stets der Preis. Laut Bodenrichtwertkarte sind für Industrie- und Gewerbeflächen entlang der Mühlheimer Straße zwischen 160 und 185 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Was die Stadt jetzt verlange, sei „an der untersten vertretbaren Grenze“, sagt Amberger und fügt hinzu: „Wir können doch städtisches Eigentum nicht unter Wert abgeben, da spielen weder die Stadtverordneten noch der Regierungspräsident mit.“

Bei den Verhandlungen geht es auch darum, welche Zwischennutzung für jenen Teil Fläche gestattet wird, den K&K vorerst nicht benötigt. Im Rathaus sähe man es nicht gern, wenn günstig erworbenes Stadt-Gelände auf längere Zeit für den Erwerber profitabel etwa an einen Einzelhändler vermietet würde.

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