Städtischer Eröffnungssegen fiel aus

Weinfest ohne Stadt-Segen eröffnet

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So ansprechend serviert Winzerin Anette Feldmann beim Weinfest auf der Rosenhöhe ihre guten Tropfen. 

Offenbach - In Schweiß gebadete Jungkicker auf dem Fußballplatz, gemütliche Spaziergänger im Wald, aktive Schwimmer im Freibad. DieRosenhöhe verbinden die Offenbacher mit Sport. Von David Heisig

Einmal im Jahr allerdings auch mit Wein, wenn die SG Rosenhöhe dem goldenen und roten Rebensaft huldigt. Den liefern wieder, zum 15. Mal in Folge, ausschließlich Winzer aus Rheinhessen.

Die Besucher haben es sich an sieben Weinständen auf Bierbänken oder Gartenstühlen gemütlich gemacht. Ein wenig enttäuscht zeigen sich die Veranstalter – die SG Rosenhöhe und der Verein zur Förderung der Fußballabteilung – von der Stadt, die die Schirmherrschaft übernommen hatte. Eigentlich sollte das Fest am Freitag Oberbürgermeister Horst Schneider eröffnen. Wegen Terminkollisionen sei ihm das nicht möglich gewesen, heißt es am Wochenende. Roland Wernig vom Vorstand der SG-Fußballabteilung zeigt zwar Verständnis dafür, „die Parteien haben im Wahlkampf viel zu tun“. Gerade deshalb aber hätte die Stadt wenigstens einen Abgesandten schicken können, findet auch Achim Vetter vom Förderverein. Immerhin sei die SG einer der größten Sportvereine.

So beginnt das Fest am Freitag ohne städtischen Eröffnungssegen. Rund 2 500 Besucher erwarteten die Veranstalter an den drei Festtagen – solange der prognostizierte Spätsommer anhält. Samstagabend sieht es nicht danach aus: „18 Uhr. Jetzt passt’s gar nicht“, sagt Wernig, als ein starker Schauer niedergeht. Das Wetter komme immer vom Isenburger Eck, ergänzt er. Der Blick nach Südwesten verrät: Da ist’s dunkel – zum Glück dauert der Guss nicht lange.

Verglichen zur langen Geschichte der Sportanlage mag das Weinfest eine kurze haben, für die Veranstalter ist das aber schon eine kleine Tradition. „Wir hätten nie gedacht, dass das so lange Bestand hat“, erinnert sich Roland Wernig.

Größerer Zuspruch wäre schön

Vor 15 Jahren suchte das Weinfest eine neue Heimat und die SG bot sich als Veranstalter an. Zum Glück, müsse man heute sagen: „In Zeiten klammer Kassen bedeuten uns die Einnahmen sehr viel.“ Da gehe es der SG wie allen anderen Vereinen, die sich sonst vor allem über Beiträge, Spenden oder Sponsoring finanzieren.

Den Umzug von der Innenstadt auf die Rosenhöhe hat auch Winzer Friedhelm Eigelsbach mitgemacht. „Die ruhige Lage hier, etwas abseits der Wohnbebauung ist aus Lärmschutzgründen geradezu ideal“, betont er. Winzerkollege Holger Götz aus Uelversheim sieht das ein wenig anders. Die Kundschaft sei zwar mitgewandert, dennoch sei die Rosenhöhe „nicht so der Magnet“. Ein fester Kundenstamm sei daher sehr wichtig für den eigenen Erfolg. Größerer Zuspruch wäre aber schön.

„Highlight ist immer eine Geschmacksfrage“, antwortet Götz auf die Frage, was man denn von seiner Auswahl probieren müsse. Den trockenen Grauburgunder mag er persönlich sehr gerne. Die Kundin am Tresen entscheidet sich aber für den roséfarbenen Sekt. Der ist ebenso wie sein Wein aus ökologischer Herstellung.

Begleitet wird der Ausschank von DJ Sascha. Flotte Musik kommt auch von den Bands „Twinfish and the Virgins“, den „Berjlern“ und „Udo, Wolfgang & Co“. Zudem tritt an allen drei Tagen die Gymnastikgruppe der SG Rosenhöhe auf.

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