Ohne Freiwillige geht’s nicht

Etliche aktive der Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim wurden befördert: Zum Feuerwehrmann Christian Pittelkow, Christian Kunz, Marcel Delis und Daniel Plagemann, zum Oberfeuerwehrmann Markus Hänel, Gregor Zimmer, Anika Hohlefeld und Benjamin Ruda, zum Löschmeister Andreas Fiedler und Alexander Pleines, zum Oberlöschmeister Carsten Praxl, Sebastian Irgel und Frank Hodel, zum Hauptlöschmeister Mathias Zimmer, zum Brandmeister Thorsten Schultz. Es gratulierten der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Sommer, Wehrführer Gerd Lang und der stellvertretende Wehrführer Björn Kloe.Foto: Georg

Rumpenheim - Seit gut zehn Jahren wirbt Wehrführer Gerd Lang für ein neues Feuerwehrhaus. Sein beharrliches Werben, stets verbunden mit guten Gründen, ist bekanntlich gehört worden. Die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim erhält ein neue Wache - die Baustraße in Höhe Anhalter Straße ist bereits erstellt.

Die Jahresversammlung der Wehr nutzte Lang für ein Versprechen: „Wir, die Aktiven, werden künftig noch schlagkräftiger sein und werden die Millionen-Investition so zum Wohle aller Bürger zurückzahlen.“

Was die 36 (davon zwei Frauen) aktiven Brandbekämpfer im vergangenen Jahr geleistet haben, rechnet Lang vor: 8851 Stunden. Das heißt: Jeder Helfer war gut 245 Stunden für die Wehr und die Stadt unterwegs. „Kostenlos und ganz selbstverständlich neben dem Berufsleben. Das nenne ich freiwillig und ehrenamtlich. Daran könnten sich viele ein Beispiel nehmen.“ Der Rumpenheimer Wehrführer listet unter anderem auf: 931 Stunden für Einsätze, 2815 Stunden für Übungen, 1840 Stunden für Lehrgänge, 450 Stunden für die Wartung der Geräte, 1250 Stunden für Arbeiten am heutigen Standort Marstall.

Dass die Blauröcke ein Tätigkeitsfeld haben, das weit über die reine Brandbekämpfung hinaus geht, zeigt die Einsatzstatistik. 44 Mal leisteten die Rumpenheimer technische Hilfe (Verkehrsunfälle, Sturmschäden), 29 Mal verstärkten sie die Feuerwache in Offenbach, 28 Mal löschten sie Flammen, 1 Mal beschäftigten sie sich mit Gefahrgut, 13 Mal rückten sie zu Fehlalarmen aus - darunter auch 3 böswillige Alarme.

Den Rumpenheimern obliegt - auch auf Grund ihrer Lage - zudem eine besonderer Aufgabe. Sie ist für die Wasserrettung auf dem Main und allen anderen Gewässern zuständig. Neben sechs Einsätzen gab’s diverse Übungen auf dem Main und im Schultheis. Eine dieser Übungen bleibt den aktiven wohl noch lange in Erinnerung. Auf der Mainstraße verlieren die Rumpenheimer ihr Boot. Grund für den medienwirksamen Unfall: An diesem Tag ist die Zugvorrichtung des Trailers gebrochen. Weit schlimmer: Das Polyesterboot ist nicht mehr zu gebrauchen.

Folgende Lösung ist vereinbart:

Die Martin-Kappus, die wegen Reparatur noch im Trockendock liegt, wird verkauft.

Das Polyesterboot wird defekt aufgegeben.

Das Schlauchboot wird überholt und bleibt im Dienst.

Ein neues Rettungsboot wird angeschafft.

Das hört sich einfach an, ist es allerdings nicht. Unabdingbar zur Finanzierung ist ein Landeszuschuss aus Wiesbaden, der bereits beantragt ist. Auf der Bootsausstellung in Friedrichshafen informierten sich die Rumpenheimer ebenso wie bei einer benachbarten Wehr. Ein weiterer Termin in Koblenz steht noch aus. Unabhängig davon geht die Ausbildung des Personals weiter. Mittlerweile haben nahezu alle Rumpenheimer den erforderlichen Bootsführerschein für Binnengewässer. Lang: „Wir sind somit gut gerüstet.“

In diesem Zusammenhang findet der Wehrführer kritische Worte, packt „ein heißes Eisen“ an. Zwar sei die Bereitschaft der Aktiven sehr hoch, Lehrgänge in Offenbach und an der Landesfeuerwehrschule in Kassel zu besuchen. Aber es gebe vereinzelt Arbeitgeber, „die ganz deutlich zu verstehen geben, dass sie Lehrgänge dieser Art ablehnen“. Lang fordert, dass die Verantwortlichen in Feuerwehrleitung und Politik positiv Einfluss nehmen. „Ich bin mir sicher, dass keiner dieser Herren im Ernstfall eine schlecht ausgebildete Feuerwehr bei sich zu Hause haben möchte.“

Dennoch zieht der Wehrführer am Ende ein positives Resümee: „Für uns in Rumpenheim ist es nach wie vor ein Hobby. Und so soll es auch bleiben.“ Dass es ein sehr professionelles ist, vergisst er in aller Bescheidenheit...

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