„ Festival der Chöre “

Gesang ist Balsam für die Seele

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Gabriele Volpert ist begeistert von den Möglichkeiten der menschlichen Stimme und hat das Singen schon in die Wiege gelegt bekommen.

Ich bin 32 Jahre alt. Schon seit meiner Schulzeit singe ich im Kammerchor der Marienschule. Eine dreijährige Pause musste ich dabei nur einlegen, als ich für meine Ausbildung zur Logopädin nach Ulm ziehen musste. Von Gabriele Volpert

Meinen Beruf übe ich mit viel Freude seit acht Jahren aus, davon drei Jahre in einer eigenen Praxis. In meiner Freizeit singe ich im Chor, spiele Klarinette in zwei Orchestern und einer Kirchen-Band, besuche Gebetskreise, lerne Sprachen, gehe spazieren und wandern und reite. Mein wichtigstes Hobby ist aber die Musik, und meine größte Leidenschaft gilt dem Singen. Ich singe seit meinem sechsten Lebensjahr in Chören und immer wieder auch solistisch. Ich habe das Singen in die Wiege gelegt bekommen: Mein Vater war Musiklehrer und Kirchenmusiker und meine Mutter hat eine wunderschöne Sopranstimme. Auch mein Bruder ist musikalisch und so wurde bei uns zu Hause immer viel gesungen. Seit meinem 18. Lebensjahr habe ich Stimmbildungsunterricht erhalten, und inzwischen habe ich selbst eine Ausbildung zur funktionalen Stimmbildnerin absolviert.

Die Stimme als Instrument

Die Stimme ist für mich das interessanteste Instrument. Jeder Mensch hat einen individuellen Stimmklang und die Stimme ist Ausdruck der Seele des Menschen. Sie kann nicht nur wunderschön klingen, sondern sie transportiert Emotionen, Befindlichkeiten und Stimmungen. Durch seine Stimme gibt der Sänger einen äußerst exklusiven Einblick in einen Teil seiner selbst. Keinem anderen Instrument kann es auf eine vergleichbar starke Art und Weise gelingen, dem Zuhörer eine Gänsehaut zu bereiten. Übrigens kenne ich auch kein anderes Instrument, das so sensibel auf schwankende Gesundheits- und Stimmungszustände reagiert wie die Stimme. Eine hohe Kunst ist es somit, die Vielzahl der einzigartigen Klangfarben zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenzufassen. Ein angenehmer Chorklang entsteht nur durch das optimale Zusammenspiel authentischer Einzelstimmen. Es ist für mich immer faszinierend, diesen Prozess miterleben zu dürfen. Am Kammerchor gefällt mir zum einen natürlich, dass ich die meisten Sängerinnen bereits seit meiner Schulzeit kenne und mich gut mit allen verstehe. Zum anderen können viele der Sängerinnen ausgesprochen gut „vom Blatt“ singen.

Humor ist in den Proben wichtig

Andere müssen die Passagen nur ein- oder zweimal hören, um sie zu verinnerlichen. Dadurch fällt es uns oftmals leicht, ein mehrstimmiges Werk in relativ kurzer Zeit grob einzustudieren, und es bleiben mehr Möglichkeiten, an musikalischen Feinheiten zu feilen. Chorleiterin Brigitte Rudin gelingt es immer wieder, unser Interesse zu wecken, unsere Motivation zu erhalten und uns Literatur unterschiedlichster Genres anzubieten. Und oftmals ist sie auch einfach nur „eine von uns“, genießt es auch, sich inmitten einer so lustigen Runde zu bewegen. Die Proben laufen stets humorvoll ab. Ein verbissenes „Draufschaffen“ irgendeiner Literatur sucht man vergeblich. Sehr exklusiv ist es natürlich, dass wir im Ehemann unserer Chorleiterin einen Berufs-Komponisten haben. Einen neuen „Rudin“ einzustudieren, ist für uns immer wieder eine Herausforderung und sehr interessant. Meist wachsen wir dabei über uns hinaus. Ein Höhepunkt im Jahr ist das Proben-Wochenende. Neben intensiver Arbeit profitiert der Chor auch von der Stärkung des „Wir“-Gefühls. Um es auf den Punkt zu bringen: Singen macht glücklich, ist Balsam für die Seele und ist die wunderbarste Möglichkeit, mit sich selbst und mit anderen in Kontakt zu kommen.

Infos zum Kammerchor der Marienschule

Historie: 1990 auf Anregung einiger Oberstufenschülerinnen gegründet

Repertoire: von klassischen Werken aller Epochen - auch der Moderne - bis zu Popsongs und Musicals.

Chorleben: Zurzeit besteht der Chor mit etwa 20 Sängerinnen zum größeren Teil aus Ehemaligen und aus Schülerinnen der Klassen 10 bis 13. Ein festes Repertoire gibt es kaum, da nur ein kleiner Stamm ständig dabei ist - die gelegentlich wechselnde Besetzung ist ein Problem. Der Kammerchor probt wöchentlich anderthalb Stunden. Er gestaltet Schulkonzerte und Gottesdienste mit. Die Sängerinnen waren auch schon zweimal beim Neujahrsempfang von Kardinal Lehmann in Mainz dabei, haben bei einem Festival in Luzern mitgewirkt und in großen deutschen Konzertsälen eine CD-Produktion miterlebt.

Kontakt: Brigitte Rudin, Tel.: 06183/2732; Brigitte@Rudin.de

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