Opfer zuvor mehrfach bedroht

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Udo Klein

Offenbach (mad) - Nach der Bluttat vom Donnerstagmorgen in der Waldstraße hat die Kripo gestern einen Fahndungsaufruf gestartet. Sie sucht den 40 Jahre alten Udo Klein wegen des versuchten Mordes an seiner ehemaligen Lebensgefährtin.

Wie berichtet war der als gewalttätig bekannte Klein am Donnerstag gegen 7.45 Uhr in die Wohnung der 35-Jährigen eingedrungen und hatte mehrfach auf sie eingestochen. Dabei wurde die Frau, mit der Klein zwei minderjährige Kinder hat, schwer verletzt. Sie sei mittlerweile aber außer Lebensgefahr, teilte die Polizei mit.

Unbestätigten Berichten zufolge hat der Täter am Donnerstagmorgen im Treppenhaus des Wohnblocks in der Waldstraße 245 gewartet, bis eines der Kinder sich auf den Weg zur Schule machte und die Wohnungstür öffnete. Klein sei daraufhin in die Wohnung gestürmt und habe acht Mal auf seine Ex-Partnerin eingestochen.

Die Tat ist offenbar Höhepunkt einer Reihe von Übergriffen des polizeibekannten Udo Klein auf die 35-Jährige. So bestätigte die Polizei auf Anfrage, dass die Frau ihren ehemaligen Lebensgefährten, der zuletzt im Lauterborn wohnte, mehrfach angezeigt hat: Im Februar 2010 wegen Körperverletzung, sowie im November 2011 und am 8. Januar dieses Jahres, weil er sie bedroht hatte. Zuletzt hat sich das Opfer, auch das wird von der Polizei bestätigt, am vergangenen Mittwoch, also einen Tag vor der Tat, telefonisch bei der Polizei gemeldet und davon berichtet, dass Klein sie am Vortag nochmals bedroht hatte.

Polizei weist Vorwurf der Untätigkeit zurück

Dem Vorwurf, sie habe trotz Kenntnis der Drohungen nichts zum Schutz der Frau unternommen, hält die Polizei entgegen, sie habe gegenüber Klein alle ihr rechtlich zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft. So sei ihm mehrfach verboten worden, sich der 35-Jährigen, ihrer Wohnung und ihrer Arbeitsstelle in Frankfurt zu nähern.

Unklar ist, ob die Frau zusammen mit ihrer Anwältin wie beabsichtigt auch gerichtlichen Schutz gegen die Drohungen erwirkt hat. Genutzt hat das der 35-Jährigen letztlich wenig. Fachleute räumen denn auch ein, dass das rechtliche Instrumentarium begrenzt ist, das sogenannten Stalking-Opfern zur Verfügung steht.

Wie die Staatsanwaltschaft gestern mitteilte, hat der Flüchtige insgesamt elf Vorstrafen quer durch das Strafgesetzbuch und saß schon mehrfach im Gefängnis. Derzeit ist er auf Bewährung draußen, in diesem Prozess ging es um gefährliche Körperverletzung.

Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung zum Aufenthaltsort von Udo Klein.

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