Jahresbericht der Wirtschaftsförderung stark von der Pandemie geprägt

Offenbach: Optimistisch trotz Krise

Als Erfolg sieht OB Felix Schwenke die fortgeschrittenen Vorbereitungen für die künftige Vermarktung des Innovationscampus auf dem alten Clariant-Gelände.
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Als Erfolg sieht OB Felix Schwenke die fortgeschrittenen Vorbereitungen für die künftige Vermarktung des Innovationscampus auf dem alten Clariant-Gelände.

Die Corona-Pandemie hat dieses Jahr auch die Offenbacher Wirtschaft vor große Herausforderungen gestellt. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz der städtischen Wirtschaftsförderung räumt Oberbürgermeister Felix Schwenke ein: „Sowohl Unternehmen als auch wir mussten etliche Projekte an die Corona-Pandemie anpassen“ – dennoch habe man trotz der Krise „konkrete Fortschritte für bessere Strukturen in Offenbach“ erreichen können.

Offenbach - Als Beispiel nennen Schwenke und Jürgen Amberger, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, mehrere An- und Umsiedlungen von Unternehmen. So erwarb die Morphisto GmbH mit städtischer Unterstützung eine Liegenschaft an der Schumannstraße. Die Chemikalienfirma umfasst 25 Mitarbeiter und hatte ihren Sitz bislang in Frankfurt.

Insgesamt habe das Flächenmanagement der Wirtschaftsförderung 2020 mehr als 200 Anfragen von Firmen, die einen neuen Standort suchten, gehabt. Fast die Hälfte davon hat in Offenbach eine neue Heimat gefunden: „Wir haben 99 Unternehmen neu angesiedelt“, bilanziert Amberger. Davon seien manche natürlich auch kleine Betriebe mit drei, vier oder fünf Mitarbeitern. „Aber auch aus diesen Unternehmen entwickeln sich, wenn es gut läuft, gute und spannende Firmen.“

20 Offenbacher Unternehmen mit insgesamt knapp 2300 Mitarbeitern half die Wirtschaftsförderung zudem, einen neuen Standort in der Stadt zu finden und zu beziehen. Zwei der prominentesten Beispiele: Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen sowie die Axa-Versicherung. Die Helaba hat im Kaiserlei ein Bürogebäude erworben und umgebaut. „Das ist ein Riesending für uns, dass sie jetzt wirklich in das Gebäude eingezogen sind und das auch trotz Corona nicht gestoppt haben“, so Schwenke. „Auch das Zusammenziehen der vier Axa-Standorte am Kaiserlei ist ein Riesenerfolg.“ Im Bürogewerbe sei es angesichts der Pandemie eine positive Botschaft, dass auf den letzten Metern nichts mehr schiefgegangen sei.

Stichwort Kaiserlei: Die Vermarktung der neuen Gewerbeflächen musste pausieren. Schwenke: „Weil viele Unternehmen neue Investitionen verschieben, haben wir beschlossen, auch den Start der Ausschreibung dieser Flächen auf 2021 zu verschieben.“ Die Stadt wolle „diese Filetstücke unter wirtschaftlich einigermaßen stabilen Rahmenbedingungen auf den Markt bringen“. Im Moment fehle vielen Interessenten die Grundlage, langfristige Entscheidungen zu treffen.

Als Erfolg werten Schwenke und Amberger indes den Beschluss des Zukunftskonzepts Innenstadt sowie die fortgeschrittenen Vorbereitungen für die künftige Vermarktung des Innovations-campus. Mit dem Kauf des Clariant-Geländes habe die Stadt den Weg zu einem modernen Forschungs- und Produktionscampus geebnet, der maßgeblich dazu beitragen könne, die Offenbacher Wirtschaft breiter aufzustellen und hoch qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, so Schwenke.

Auch sonst blickt man auf Seiten der Stadt optimistisch in die Zukunft: Zu der Verlagerung der Stadtbibliothek liefen jetzt die Machbarkeitsprüfungen, andere Teilprojekte wie die Erstellung eines Festeprogramms habe man abschließen können. Die Wirtschaftsförderung bekomme 2021 zudem eine neue Stelle und könne damit die Prozesse zur Umsetzung der Maßnahmen beschleunigen.

Von Marian Meidel

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