Ordnungsamt setzt sich unter Leistungsdruck

Offenbach - Illegal entsorgter Müll in der Nachbarschaft? Schmierereien an einer öffentlichen Mauer? Lose Gehwegplatten, wilde Tauben, giftige Eichenprozessionsspinner? Das alles sind Fälle fürs Ordnungsamt. Von Fabian El Cheikh

Doch die Mitarbeiter von Peter Weigands Behörde können nur zum Einsatz ausrücken, wenn sie über Missstände oder Mängel im Stadtgebiet zeitnah informiert werden. Bislang gingen Beschwerden meist telefonisch, seltener per Brief oder E-Mail ein, nun eröffnet die Offenbacher Stadtinformation GmbH zusammen mit den Stadtwerken eine neue Methode: einen „Mängelmelder“ auf den Internetseiten der Stadt.

Ab sofort können Bürger Auffälliges online melden, sogar direkt an Ort und Stelle mit einer kostenlosen Applikation für iPhones und Android-Smartphones, die die exakten Geodaten übermittelt. Und so einfach geht’s: Auf der entsprechenden Internetseite befindet sich ein Stadtplan, auf dem ein Eintrag manuell vorgenommen oder über eine Straßeneingabe der Ort gezielt angewählt werden kann. Kategorisiert werden die Einträge von den so genannten Beschwerdeführern selbst in „Öffentliches Grün/Spielplätze“, „Abfall/Sauberkeit“ und „Schäden im öffentlichen Raum“.

Stadtplanmarkierungen in Ampelfarben

Stadtplanmarkierungen in den Ampelfarben zeigen, was gemeldet (rot), was in Arbeit (gelb) und was bereits erledigt (grün) ist. Auch Fotos können hochgeladen werden. Zusätzlich ist eine Kommentarfunktion freigeschaltet. Eine Anmeldung für Einträge ist nicht notwendig. „Da haben wir bewusst auf Barrierefreiheit Wert gelegt“, sagt Matthias Müller, Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit.

Der neue „Mängelmelder“ ist Bestandteil der Initiative „Besser leben in Offenbach“, die unter dem Motto „Gib acht auf Offenbach“ Bürger zum Mitmachen aufruft. „Wir wollen schneller sein beim Reagieren, Beseitigen und Ahnden“, formulierte Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß gestern bei der Präsentation des neuen Angebots die eigene Zielsetzung. „Wir setzen uns damit bewusst unter Leistungsdruck“, ergänzte Ordnungsamtsleiter Peter Weigand.

„Enorme Zunahme“ der Beschwerden

Er verzeichnete in den vergangenen Jahren eine „enorme Zunahme“ der Beschwerden, 2011 waren es 4 651. Wobei etwa die unerlaubte Ablagerung von Abfall nicht zugenommen habe, sondern vielmehr die Bereitschaft, die dadurch entstandenen Schandflecken dem Ordnungsamt zu melden. Dazu beigetragen hat auch die Müll-Hotline, die weiterhin täglich bis 24 Uhr erreichbar ist.

„Aktives Beschwerdemanagement“ wird der seit 2001 eingeschlagene Pfad genannt, die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum durch aufmerksame und aktive Bevölkerung zu verbessern. Schon damals wurde eine Beschwerdestelle eingerichtet, um zu verhindern, dass eine Meldung bei irgendeinem Sachbearbeiter auf dem Schreibtisch landet und dort versauert. Jetzt hat die Stadt ihren eigenen Anspruch noch einmal erhöht...

Adresse: www.offenbach.mängelmelder.de . Die bisherigen Hotlines (Müll: Tel: 069/8065-4747 und die Tel: 115) sind weiterhin geschaltet.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Peter Kirchhoff

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