Die Pächter sind gefunden

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Die Gitter-Zeiten am Ostendplatz sollen bald vorbei sein.

Bieber - Was Thomas Burkhart Ende Mai vergangenen Jahres gehofft hatte - „Im Idealfall haben die Besucher der Bieberer Kerb schon was zu sehen“ -, erfüllte sich im Spätsommer tatsächlich. Von Marcus Reinsch

Wenn auch anders, als er sich das vorgestellt hatte: Die Gäste der großen Drehwurm-Fete auf dem Ostendplatz hatten nach dessen üppigem Umbau zwar jede Menge zu gucken und auch trefflich zu diskutieren. Doch an der Ecke Seligenstädter Straße/Obermühlstraße gab es außer einem Gitterzaun noch nichts, was auf Burkharts Pläne hindeutete, dort ein Kiosk mit Bistro zu bauen. So ist es bis heute geblieben. Der Zaun ums Eckareal, zum Nikolausmarkt, kurz: Gehege für ein paar Streichelschafe, ist da, die Bagger sind es es nicht. Doch das kann sich nun wirklich schnell ändern.

Burkhart meldet gestern auf Anfrage: „Die Planung ist abgeschlossen, der Antrag ist bereit zum Einreichen beim Bauamt.“ Und: Pächter gibt es mittlerweile auch.

Letztere sind für das Projekt des ortsansässigen, in Immobiliengeschäften nicht unerfahrenen Eiergroß- und Geflügelhändlers ebenso elementar wie die Baugenehmigung selbst. Denn die Burkharts, Vater Willi und Sohn Thomas, wollen Investoren sein und nicht Betreiber. Deshalb haben sie mit einem in Bieber nicht unbekannten italienischen Ehepaar, das erst später vorgestellt werden will, bereits Verträge unterschrieben.

Ein schönes Stück Sicherheit. Ebenso wie der „sehr langfristige“ Erbpachtvertrag, mit dem sich die Geldgeber und Bauherren das Nutzungsrecht an dem städtischen Grundstück sichern wollen. Auch dieses Schriftstück sei jetzt reif für die Unterschrift, sagt Burkhart. Für einigermaßen realistisch hält er einen offiziellen Start der neuen Ostendplatz-Gastronomie Mitte Mai.

Bistro mit Küche und Theke

Der Frühling mit seinem Sonnenversprechen wäre in der Tat ein guter Zeitpunkt. Denn die ambitionierten Pläne sehen, wie berichtet, keineswegs einen schlichten Ersatzbau für das zu Beginn der Platz-Umgestaltung weggerissene Kiosk mit Kleinst-Kneipe vor. Gewollt ist nach wie vor ein dreiteiliger, gleichwohl als Einheit daherkommender Komplex mit Außenbewirtschaftung.

An ein begehbares, knapp 22 Quadratmeter großes Kiosk mit Lotto-Annahmestelle, Verkaufsluke und zur Seligenstädter Straße öffnenden Automatiktür soll sich ein Bistro mit Küche und Theke anschließen. Clou: Zum Ostendplatz hin öffnet sich der etwa 60 Quadratmeter große Gastraum als verglastes Halbrund. Draußen, im Schatten hoher Bäume, bleibt Platz für Tische und Stühle, die das Bistro nah an den Status eines vollwertigen Restaurants rücken könnten. Und drinnen, im großen Winkel zwischen Kiosk und Bistro, sollen öffentliche, teils behindertengerechte Toiletten untergebracht sein. Ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil.

Ebenfalls einer: Der Ost-endplatz selbst. Und da vor allem der neue Spielplatz. Dessen Qualitäten hatten nach Wiedereröffnung des Karrees eingeschlagen wie ein Bombe - schwer für Eltern, ihren begeisterten Nachwuchs von Klettergerüst und anderen Spielgeräten loszueisen.

Die im Hintergrund Wirkenden - die an den Umgestaltungsplänen ebenso wie an der Investorensuche beteiligte Interessengemeinschaft Bieberer Ortsvereine, der Heimatverein und der eingeweihte Gewerbeverein - sehen’s mit Freuden.

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