Päckchenversteigerung: Für alle ein Gewinn

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Einmal in Schwung, lief Moderator Klaus Kohlweyer zu Hochform auf und trug in antreibender Manier dazu bei, dass sich das Publikum spendabel zeigte. 6000 Euro ergab der Kassensturz am Ende der diesjährigen Päckchenversteigerung.

Offenbach - 117 hübsch verpackte Präsente und 20 Geschenkgutscheine warten, meistbietend unters Volk gebracht zu werden. Auch diesmal, zur 19. Auflage der Versteigerung, hat sich die lokale Geschäftswelt nicht lumpen lassen. Von Harald H. Richter

Ob Autohaus oder Schmuckboutique, jeder trägt gern sein Scherflein bei, um einen wohltätigen Zweck zu unterstützen.

Für viele im Publikum, die ein Paket ersteigern, ist die imagefördernde Aktion von Treffpunkt Offenbach und städtischer Wirtschaftsförderung eine willkommene Gelegenheit, sich zeitig vor dem Fest mit Geschenken an die Lieben einzudecken und zugleich etwas für eine gute Sache zu tun. Frank Spannaus und Sängerin Caro begleiten die Aktion vor dem Rathaus musikalisch.

Mehrere Begünstigte, die auf Erlös hoffen

Diesmal sind es mehrere Begünstigte, die auf Erlös hoffen. Einmal die Kinder- und Jugendfarm am Buchhügel, die eine überdachte Sportmöglichkeit mit Turnmatten und Trampolin schaffen möchte, nachdem bei einem Brand auf dem vormaligen Gelände einige Ausstattung zerstört wurde. Zum anderen der seit seiner Geburt an Mukoviszidose leidende Robin Liller. Der Elfjährige benötigt für seine Physiotherapie eine Sprossenwand und ein Trampolin. Wenn möglich, soll auch das Christiane-Herzog-CF-Zentrum am Frankfurter Uniklinikum etwas vom Erlöskuchen abbekommen.

Daher ist der behandelnde Arzt des Offenbacher Jungen, Dr. Olaf Eickmeier, mitgekommen. „Unsere Klinik benötigt eine Lungenfunktionsmaschine und zwei Babywaagen. Anschaffungen, die wir aus dem üblichen Etat nicht tätigen können. Deswegen sind wir auf Förderung durch Dritte und solche Aktionen wie die heutige angewiesen“, sagt der Kinderheilkundler. Gut 200 Patienten pro Jahr sind dauerhaft in dem Zentrum in Behandlung, das den Namen der früheren Bundespräsidentengattin trägt.

Durchschnittliche Lebenserwartung 42 Jahre

In dieser Ambulanz werden an Mukoviszidose (Cystischer Fibrose) Erkrankte behandelt. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Betroffenen liegt bei 42 Jahren, erläutert der Mediziner. Insofern tragen alle medizinischen Therapien dazu bei, ihnen ein Stück Lebensqualität zu geben.

„Der Junge kommt in der Regel einmal im Vierteljahr zu uns, ansonsten kann er häuslich therapiert werden“, so Dr. Eickmeier. Jeden Tag etwa drei bis vier Stunden unterzieht Robin sich der Inhalationstherapie. Anfangs diente sie hauptsächlich dazu, den zähen Schleim in den Atemwegen zu lösen, um leichter abhusten zu können. Neuerdings nutzt man die Inhalation verstärkt dazu, Mukoviszidose-Patienten lungenwirksame Medikamente zu verabreichen.

„Wie wichtig diese Hilfe ist, kann man gar nicht beschreiben“, sagt Robins Mutter Claudia Fernandez-Cabezas voller Dankbarkeit. Sie und Robins Schwester Sarah Liller freuen sich mit dem schüchtern wirkenden Jungen, dass die Versteigerung so gut läuft und bereits nach einer Dreiviertelstunde eine Zwischensumme von 2000 Euro ausgerufen werden kann. Unverdrossen reichen sie Kohlweyer Präsente zu, genau wie Jasmine Imeraj, Petra Reich und Daniel Thomas vom Vorstand der Kinder- und Jugendfarm und Citymanagerin Birgitt Möbus.

„Wer bietet 90?“

„80 Euro werden geboten, wer bietet 90?“, fragt der Wortakrobat am Mikrofon und blickt in die Runde vor der Bühne. „Ich sehe 90 – also bei 100 Euro gibt’s einen Extra-Tusch“, motiviert er das Publikum. Das zeigt sich in Geberlaune, und so muss er nicht lange darauf warten, dass jemand die Hand hebt für den runden dreistelligen Betrag. „Zum ersten, zum zweiten und zum – dritten“ schallt es fast im Minutentakt über den Platz.

So trägt er nach und nach den Geschenkeberg ab. Dafür füllt sich hinter den Kulissen die Spendenkasse, und es wird eifrig gezählt. Nach zwei Stunden ist das letzte Präsent unters Bietervolk gebracht, es können 5900 Euro verkündet werden. Kohlweyer rundet den Betrag mit einem Hunderter aus der eigenen Geldbörse auf.

Zum Schluss ermitteln Robin und Sarah aus sämtlichen bei der Päckchenversteigerung ausgebenen Nummern eine Gewinnzahl und verlosen ein von Fischer Stahlbau gestiftetes i-Pad im Wert von 400 Euro. Darüber freut sich David Levy. Und so ist die Päckchenversteigerung des heimischen Handels erneut für alle Beteiligten gewinnbringend gewesen...

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