Pakete unterm Hammer

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Auktionator Klaus Kohlweyer und Andrea Kesic von der Wirtschaftsförderung hatten nicht viel Mühe, die Päckchen loszuwerden. Allein die Zahl der Bieter war geringer als in den Vorjahren, was wohl vor allem dem Wetter geschuldet war.

Offenbach ‐ „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.“ Das dreieckige Päckchen in rot-grünem Geschenkpapier geht für 65 Euro an eine ältere Dame, die sich direkt vor der Bühne mit einem Regenschirm vor der wenig weihnachtlichen Witterung schützt. Von Denis Düttmann

Den Zuschlag für einen großzügig bestückten Präsentkorb erhält wenige Minuten später ein junger Mann aus der letzten Reihe.

Bereits zum 16. Mal versteigern das City-Management und der Gewerbeverein Treffpunkt auf dem Offenbacher Weihnachtsmarkt von den Einzelhändler gestiftete Pakete. „In diesem Jahr haben sich 80 Geschäfte mit insgesamt 126 Päckchen an der Aktion beteiligt - so viele wie noch nie“, sagt City-Managerin Birgitt Möbus am Samstag. Unter den Hammer kommen Schuhe und Kleidung, Wellness-Pakete und Restaurantgutscheine, Elektrogeräte und Bücher. „Viele ersteigern hier ein Paket und legen es an Weihnachten unter den Christbaum“, so Möbus. „Das ist dann eine doppelte Überraschung: Für den Schenkenden und den Beschenkten.“ Bei der Auktion selbst weiß nämlich niemand, auf was er da gerade bietet, lediglich der Name des Stifters und der Startpreis sind bekannt.

Besucher aus dem Harz macht schließlich das Rennen

Und so wird im Publikum eifrig spekuliert. Ein großes rechteckiges Paket eines Kaufhauses – was könnte da wohl drin sein? Lohnt es sich auf einen Bieterwettstreit mit dem Herrn dort drüben einzulassen? Oder sollte man doch eher auf ein anderes Angebot warten?

Jeder der ein Päckchen ersteigert hat, nimmt zusätzlich an der Verlosung eines Gutscheins der Firma Siemens Sector Energy teil. Der Gewinner kann sich beim Werksverkauf mit Haushaltsgeräten im Wert von 1500 Euro eindecken. Ein Besucher aus dem Harz macht schließlich das Rennen. Der Mann hat sich den Preis aber auch redlich verdient: Um seine Chancen zu erhöhen, hat er gleich neun Päckchen ersteigert.

Ein Gewinn ist die Auktion jedoch nicht nur für die erfolgreichen Bieter, sondern vor allem für die drei Spendenempfänger. Insgesamt sind bei der zweistündigen Versteigerung 5570 Euro zusammen gekommen, der Weihnachtsmarktbetreiber Pro-OF hat den Betrag auf 6000 Euro aufgestockt. Jeweils 2000 Euro gehen nun an die Kinder- und Jugendfarm, die einen Klettergarten anlegen will, die Sportstiftung und das Elisabeth-Maas-Haus, wo das Geld in therapeutische Malstunden für Demenzkranke investiert wird.

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