Stadt will ab 2020 Anwohner-Stellplätze ausweisen

Park-Chaos im Westend

Von parkenden Autos regelrecht überflutet wirkt die Ludwigstraße. Die Planungen sind nicht ganz so einfach umsetzbar, wie man sich das als Unbeteiligter manchmal vorstellt.
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Von parkenden Autos regelrecht überflutet wirkt die Ludwigstraße. Die Planungen sind nicht ganz so einfach umsetzbar, wie man sich das als Unbeteiligter manchmal vorstellt. 

Die Planungen für Parkplatzänderungen in Offenbach sind nicht ganz so einfach umsetzbar, wie man sich das als Unbeteiligter manchmal vorstellt.

Offenbach – Autos, wohin das Auge reicht: Dicht an dicht säumen die Fahrzeuge beide Fahrbahnränder der Ludwigstraße. Wer im Abschnitt zwischen Berliner- und Bismarckstraße einen Parkplatz sucht, hat kaum eine Chance. Gleiches Spiel in der parallel verlaufenden Tulpenhof- oder Körnerstraße. Das wortwörtlich Verfahrene an der Situation: Den Anwohnern geht es genauso wie gelegentlichen Besuchern des Stadtteils – für sie gibt es im Westend keine eigenen Parkflächen.

OP-Leserin Sabine Friedrich findet das untragbar. „In diesem Abschnitt parken vor allem Pendler, Angestellte der umliegenden Firmen und Besucher der IHK“, wendet sie sich an unsere Zeitung. „Auswärtige Fahrzeuge werden teilweise wochenlang bis über Monate hin abgestellt, auch fahruntüchtige Autos, Wohnmobile und Firmensprinter.“ Die Lage für die Anwohner sei durch die Nähe zur Innenstadt schon immer schwierig gewesen. „Mittlerweile ist sie jedoch unerträglich geworden.“

Nun hat Friedrich die Sorge, dass sich alles noch weiter verschlimmert, wenn erst einmal die Kappus-Höfe fertiggestellt sind. „Laut Aushang entstehen dort 310 Wohnungen und 235 Stellplätze… Jeder, der die Grundrechenarten beherrscht, kann ausrechnen, was das bedeutet.“

In den umliegenden Straßen – ab der Frankfurter Straße in Richtung Berliner, Luisenstraße in Richtung Bahnhof – gebe es schon seit Jahren Anwohnerparken. Sabine Friedrich findet: „Eine zeitnahe Erweiterung des Bewohnerparkbezirkes auf die Querstraßen wäre ein Anfang.“

Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß zeigt für die Beschwerde Verständnis. „Es gibt dort sehr viele Fremdparker, auch durch die Nähe zu den S-Bahnstationen Kaiserlei und Ledermuseum“, räumt er ein – und überbringt auch gleich eine gute Nachricht: „Das Anwohnerparken dort wird kommen.“ Er werde das zuständige Amt beauftragen, die Planungen hierfür im kommenden Jahr vorzunehmen. „Es gilt dabei aber, die engen rechtlichen Grenzen einzuhalten – so muss unter anderem immer auch Parkraum für Nicht-Anwohner vorgehalten werden, und kein Gebiet darf bevorzugt werden gegenüber anderen.“ Die Planungen seien deshalb nicht ganz so einfach und schnell umsetzbar, wie man sich das als Unbeteiligter manchmal vorstelle. Dafür bittet Weiß um Verständnis. „Die Stadt kümmert sich 2020 darum.“

Stadtsprecher Fabian El Cheikh betont, dass dennoch Geduld gefragt sein wird: „Es ist vorgesehen, die Thematik in einem gesamtstädtischen Projekt zu bearbeiten. Aus den dargestellten Gründen ist die Stadt zwar bestrebt, weitere Bewohnerparkbezirke ab Ende 2020 einrichten zu lassen – eine genaue Angabe zur Planungszeit und Umsetzung ist derzeit aber seriös noch nicht möglich.“

Außerdem müsse die Einrichtung neuer Bewohnerparkbezirke einschließlich der anfallenden Kosten erst noch vom Magistrat beschlossen werden. Und selbst dann folgt laut El Cheikh ein langwieriger Prozess, bevor der Wunsch Realität wird: Zunächst muss ein Ausschreibungsverfahren für die Installation der Beschilderung her. Wenn an dessen Ende der Vergabebeschluss ergangen ist, erfolgt die Anordnung der nötigen Verkehrszeichen durch die Straßenverkehrsbehörde, ehe die ausführende Firma die Schilder schließlich aufstellen kann.

Warum in dieser Sache bislang noch nichts passiert ist, erläutert Stadtsprecher Fabian El Cheikh wie folgt: „Auf Grund der stark gestiegenen Aufgabenstellungen an das zuständige Stadtplanungsamt musste die weitere Ausweisung von Bewohnerparkbezirken neben anderen Projekten vorläufig zurückgestellt werden. Priorität haben derzeit die Luftreinhalte- und Lärmminderungsplanung sowie die NOx-Projekte, die aufgrund von Gesetzesvorgaben zeitnah umgesetzt werden müssen.“

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