Den Park selbst erkunden

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Der Wetterpark ist in Offenbach und der weiteren Umgebung ein Renner. Allein mit Führungen wurden 4000 Interessierte erreicht.

Offenbach ‐ Matthias Müller hat ein Händchen fürs Geschäft. Unter anderem hat der Stadtsprecher das OF-Infocenter als zentrale Anlaufstelle geschaffen und etabliert. Von Martin Kuhn

Seit 18 Monaten unter der Regie der Offenbacher Stadtinformation Gesellschaft (OSG), mausert sich auch der Wetterpark zum Magneten. Gut 4000 Besucher - ein Plus von 60 Prozent - nahmen in diesem Jahr an 300 Führungen teil. Die sogenannte Blaue Stunde lockte gar bis zu 600 Gäste auf den Buchhügel. Nun legt die OSG ein pralles, buntes, detailreiches und interessantes Handbuch vor. Es dient dazu, selbst, also ohne offiziellen Führer, den Wetterpark zu erkunden. Und Müller hat bereits weitere Ideen: Ein kleines Besucherzentrum etwa, das auch ein mitunter drängendes Problem befriedigend lösen würde - den Gang zum Dixie-Häuschen...

Der vor vier Jahren eröffnete meteorologische Parcours ist als Lern- und Erlebnisort konzipiert. Der Besucher findet sich derzeit aber eher in der Rolle des passiven Zuhörers oder Lesers wider. „Wer das möchte, kann weiter an unseren Führungen teilnehmen. Wir wollen aber, dass alles auch spielerisch erfahren wird“, sagt Müller, der vom Mathematikum in Gießen schwärmt, der dort sozusagen ein Aha-Erlebnis in Sachen Museums-Pädagogik erlebte.

Einzelnen Stopps hat Michael Taube beschrieben

Dabei soll das Handbuch („Erkunden, Erleben, Erfassen“) helfen. Es ist erhältlich für fünf Euro im Salzgässchen; Schulen sollen es für drei Euro erhalten und als Multiplikatoren dienen - zunächst in Offenbach, später in der gesamten Region. „Der Preis deckt aber keinesfalls die Kosten“, so Matthias Müller, der voreilige Kritiker jedoch ausbremst. „Das Handbuch ist von der Stadt subventioniert - und das ist auch so gewollt.“ Ganz klar: Die Anlage ist als Imageträger und Werbefaktor ausgemacht.

Zusammengestellt und mit festem Einband versehen hat das Handbuch im DIN-A4-Format Jürgen Möller unter Mitarbeit der Parkführer. Die einzelnen Stopps von der automatischen Wetterstation bis zum Wettersatelliten hat Michael Taube beschrieben. Enthalten sind Vorschläge für Rundgänge. Was das Handbuch aber interessant macht, sind 20 zusammengetragene Versuche.

Anmeldungen für Führungen (maximal 15 Personen): wochentags außer mittwochs 10 bis 13 Uhr unter z 069 / 83 83 68 96.

Für Experiment Nummer 11 etwa werden Luftballons, etwas Mehl und eine Nadel benötigt. Das Mehl wird in den Ballon gefüllt, dieser aufgeblasen und zugeknotet. Und dann geht’s los: „Stich mit der Nadel in den Ballon. Was passiert?“ Zunächst ist eine Vermutung auf dem Blatt zu notieren, dann die Beobachtung und schließlich die Erklärung. Ganz klar: Das eignet sich nicht allein für den Sachkunde-Unterricht an Grundschulen oder für einen Kinder-Geburtstag.

Auf der ersten Seite des Abschnitts sind Hilfen und Tipps vermerkt: „Für manche Experimente werden heißes Wasser oder Eiswürfel gebraucht. Sollte es dabei Probleme mit dem Transport geben, kann das Wetterpark-Telefon angerufen werden. Eventuell kann die benachbarte Gaststätte ,Am Wetterpark‘ helfen.“ Ach ja. Falls sich partout nicht erschließen will, welche Auswirkungen Luftdruck, Wind oder Sonne haben, ist natürlich ein Lösungsblatt beigelegt. Das ist dezent auf der hinteren Einbandseite in einem Briefumschlag versteckt.

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