Park steigert Wohnqualität

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Da staunten auch die Passagiere auf dem Frankfurter Ausflugsdampfer nicht schlecht, was für einen schönen Mainuferpark die Offenbacher jetzt ihr eigen nennen können. Zur Einweihung am Samstag feierten Stadt und Bürger das 770 000 Euro-Projekt mit viel Sport und Spaß.

Offenbach - Nah am Wasser gebaut, aber überhaupt kein Grund zum Heulen. Im Gegenteil: Zur Einweihung des Mainuferparks am Samstag gab es rundum zufriedene Mienen. Vor allem bei Oberbürgermeister Horst Schneider und Bürgermeisterin Birgit Simon. Von Thomas Meier +++Fotostrecke+++

Und auch die Kinder strahlten über „ihren“ neuen Tummelplatz. Sie nahmen ihn schon vor Tagen in Besitz, der da noch stehende Bauzaun schreckte sie wenig.

Ein von ihm lange gehegter Wunsch gehe endlich in Erfüllung, sagte Schneider: die Stadt zum Fluss hin stärker zu öffnen. Ein attraktives Mainufer steigere die Wohnqualität in der Umgebung. Dem stimmten zahlreiche Repräsentanten aus Politik, Sport und den umliegenden Wohnvierteln wie östliche Innenstadt und Mathildenviertel bei der Eröffnung applaudierend zu.

HEGISS machte es möglich“, erläuterte Simon, denn Bundes- und Landesmittel der „Hessischen Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt“ deckten den Löwenanteil der Kosten, für die sich die Stadt das schönere und lebenswertere Gefilde zwischen Fluss und Mainstraße leistete. 770 000 Euro wurden für den Park am Fluss zwischen Karlstraße und Alessa auf einer Länge von rund 550 Metern in die Hand genommen, davon trägt die Stadt 30 Prozent.

Für das Geld gab’s eine Menge auf dem 16 500 Quadratmeter großen Areal in Beschlag zu nehmen: Sitzstufen am Wasser aus glattem Beton oder rauen Granitblöcken, ein Beachvolleyballfeld, eines für Streetball, einen großen Spielplatz, auf dem flussnahe Themen spielerisch aufgearbeitet werden, Grill- und Entspannwiesen sowie randalesichere XXL-Mülleimer. Und die Trennung zweier Verkehrsströme, die sich bisher allzu oft gefährlich nahe kommen. Auf der neuen Uferpromenade aus Split-Asphalt können nun die Naherholer gemächlich am Wasser lustwandeln, während auf dem Asphaltweg am Deich Radler und Inlineskater vorbeiziehen. Zwei „platzartige Eingangssituationen“, signalisiert durch Säulen-Zitterpappeln, zeigen Schnellen und Langsamen, wer wohin gehört.

Das Klo-Problem soll erst nächstes Jahr gelöst werden

Was am Samstag durch das kurzfristige Aufstellen von Dixie-Klos kein Problem war, dürfte sich bis nächstes Jahr indes als eines herausstellen: Es gibt keine Toiletten im Mainuferpark. „Das machte mir zunächst auch Sorgen“, sagte Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Er weiß, wo gegrillt wird, fließen auch Bier und Co., „und die wollen auch wieder raus.“ Doch das Problem soll sich schon nächstes Jahr gelöst haben, wenn die geplante Sommergastronomie Einzug im Park halten wird. „Bewerber haben wir schon einige“, verriet OB Schneider.

Christina Türk vom Referat Stadtgestaltung, maßgeblich an der Gestaltung und Umsetzung des Mainuferparks beteiligt, erklärte, auch ohne Toilettenanlage schätze man die Folgekosten für den neuen Park auf rund 70 000 Euro jährlich, davon allein 35 000 für die Grünpflege. Hochwasser fürchte man weniger. Die Anlage bestehe überwiegend aus Asphaltwegen und Wiesen und der Spielplatz sei höher gelegt. Aber Vandalismus und Verschmutzung seien nicht zu unterschätzende Problemfelder. Deshalb seien Volleyball- und Streetballfeld mit „unkaputtbaren“ Materialien gebaut und der ESO reinige in schnelleren Intervallen als andernorts. Der OB schließlich mahnte alle: „Üben Sie soziale Kontrolle aus.“

Nach der Einweihung ging es in medias res. Der OB nebst Jürgen Weil vom Sportbüro und Marcus Schenk von der HEGISS spielten gegen eine Lehrermannschaft der Mathildenschule Streetball (10:8 für die Pauker) und Beachvolleyballturniere bestimmten die weiteren Feierlichkeiten. An den Klippen wurde gegrillt, die für den Tag aufgebaute Hüpfburg gestürmt und der Park von den Offenbachern in Besitz genommen.

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