Projekt „Mitte 160" an Berliner Straße

Nach Parkdeck fällt auch Parkplatz weg

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Das geplante Parkdeck an der Bahnhofstraße

Offenbach - Schon jetzt klagen Anwohner der Ecke Berliner Straße/Kaiserstraße/Domstraße über mangelnde Parkmöglichkeiten. Ab kommenden Montag, 11. Mai, dürfte sich die Situation noch verschärfen. Von Jenny Bieniek

Wegen der anstehenden Grundstücksübergabe an den Investor des Wohnbauprojekts „Mitte 160“ an der Berliner Straße bleibt nach dem dortigen Parkdeck dann auch der benachbarte Parkplatz gesperrt. Dann verschwinden sukzessive Parkscheinautomaten und Beschilderungen, ein Bauzaun verhindert die unbefugte Nutzung der Fläche. Die Stadt bittet Autofahrer deshalb, ihr Fahrzeug rechtzeitig umzuparken. Die Abrissarbeiten am Parkdeck sollen Ende Mai beginnen. Auf dem Baugrundstück entsteht eine Wohnanlage mit Tiefgarage, die aufgrund ihrer Dimension und Außengestaltung schon bei Vorstellung der Pläne für Widerstand bei den Anwohnern gesorgt hatte. War zu Beginn noch von 72 Wohneinheiten die Rede, werden es nun 90.

Die CDU lenkt den Blick derweil auf eine Panne, die die Stadt nachträglich teuer zu stehen kommen könnte. Weil der Magistrat zum Zeitpunkt des Grundstücksverkaufs offenbar nichts von einer unter der Baufläche verlaufenden Telekommunikationsleitung gewusst hat, sind für die nötige Umlegung des Kabels von der Südseite der Berliner Straße in die Bahnhofstraße vom Kaufpreis nachträglich 50.000 Euro abzuziehen. Dies gehe aus einer in diesen Tagen zur Beschlussfassung anstehenden Vorlage hervor.

Schlampige Arbeit?

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„Da wurde im wahrsten Sinne des Wortes Geld in den Sand gesetzt“, meint der CDU-Stadtverordnete Dominik Mangelmann. Im Dezernat von Oberbürgermeister Horst Schneider sei wieder mal schlampig gearbeitet worden. Dem Unionspolitiker stellt sich die Frage, weshalb der Verwaltung erst nach Vertragsabschluss aufgefallen sei, dass das Kabel der Bebauung im Weg steht. Seiner Meinung nach hätte den Fachleuten im Rathaus die Leitungssituation bekannt sein müssen. Neben der in seinen Augen mangelhaften ästhetischen Außengestaltung des Bauvorhabens kritisiert Mangelmann, als Bauingenieur selbst vom Fach, das Versäumnis als „nächste Panne“. Mit 50.000 Euro, so der Stadtverordnete, hätte man etwa die energetische Ertüchtigung der TV Bieber-Turnhalle finanzieren können. „Dafür waren etwa 47.000 Euro veranschlagt worden“, erinnert er.

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Anwohner wie Stephan Henry in der Domstraße plagen unterdessen ganz andere Sorgen. Durch den Wegfall des Parkdecks und weitere Stellplatzverluste, etwa durch Baucontainer, wichen immer mehr Autofahrer auf die umliegenden Straßen aus. Halteverbotsschilder würden ständig verlegt.

„Trotz Bewohnerparkausweis finde ich nach Feierabend auch bei ausgiebigem Rundendrehen keinen Platz, weil die wenigen vorhandenen von Besuchern belegt sind“, klagt Henry. Die Stadt müsse sich dringend etwas einfallen lassen, etwa Jedermann-Parkplätze ab einer bestimmten Uhrzeit zu reinen Anwohnerplätzen machen. „In anderen Städten klappt das doch auch.“

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