Stadt bewirtschaftet Parkraum in drei Zonen

Auch im Hafen wird beim Parken bald kassiert

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Übersicht über die drei Gebiete, in denen die Stadt unterschiedlich gestaffelte Parkgebühren verlangt.

Offenbach - In der Stadt Kassel wird momentan ernsthaft überlegt, Lehrer für Schulparkplätze zahlen zu lassen. In Offenbach ist das derzeit kein Thema. Die jüngste Änderung der Parkgebührenordnung betrifft keine Gruppe, sondern ein Gebiet: Auch im Hafen soll es künftig Parkscheinautomaten geben. Von Thomas Kirstein

Autostellplätze seien im öffentlichen Straßenraum einer Großstadt ein knappes und auch teures Gut, hat Stadtrat Felix Schwenke (SPD) nicht erst gestern erkannt. Der unbeschränkt von jedem nutzbare Parkplatz ist bereits seit längerem ein fast auf Randbezirke beschränktes Angebot. Ansonsten wird Parkraum „bewirtschaftet“. Automaten und Uhren sind von Kurzparkern zu füllen, Anwohner müssen für die Bevorrechtigung in ihrem Quartier einen Jahresbeitrag entrichten. Demnächst soll auch Offenbachs jüngstes „verdichtetes innerstädtisches Areal“ mit Apparaturen bestückt werden, die Geld für die Stadtkasse einsammeln. Das Autoabstellen im Hafengebiet wird kostenpflichtig und zeitlich beschränkt, um, wie es heißt, eine stärkere Mehrfachnutzung der vorhandenen öffentlichen Stellflächen zu ermöglichen.

Eine Überraschung ist das nicht. Wie Stadtrat Schwenke in einer Vorlage für die Stadtverordneten erläutert, gibt es für das neue Viertel ein „nachhaltiges und dafür bereits ausgezeichnetes Entwicklungskonzept“. Zu diesem gehört ein „Mobilitätskonzept“: Fuß- und Radwege sowie Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr mit der Buslinie 108 sollen Bewohner, Beschäftigte und Besucher ermutigen, alternative Verkehrsmittel zu wählen. Dauerparker fahren in kostenpflichtige Tiefgaragen. Zudem gibt es das architektonisch äußerst umstrittene Parkhaus mit der Adresse Jean-Weipert-Straße nahe der Carl-Ulrich-Brücke. Der Hafen rutscht in die Offenbacher Parkzone II.

In drei dieser Zonen hat die Stadt den Parkraum aufgeteilt, auf den sie Zugriff hat. Auf die Preise in den Parkhäusern hat sie keinen Einfluss, sie sind alle privat.

  • Zone I umfasst die Innenstadt zwischen Kaiser-, Main-, Karl- und Bismarckstraße. Dort kostet die erste halbe Stunde 0,80 Euro, es folgen 10-Cent-Schritte in 3- und 4-Minuten-Intervallen; maximal sind 3,20 Euro für zwei Stunden.
  • Die Zone II zieht sich annähernd im Halbkreis bis zum Kaiserleikreisel im Nordwesten, zum Umfahrungsring im Süden und zur Arthur-Zitscher-Straße im Osten: erste halbe Stunde 0,70 Euro, es folgen sich verlängernde Intervalle à 10 Cent, maximal zweieinhalb Stunden für zwei Euro (montags bis freitags 8 bis 19 Uhr, samstags 8 bis 16 Uhr).
  • Zone III ist der erst im vergangenen Jahr einbezogene Mainuferparkplatz. Zwischen 9.30 und 20.30 Uhr sind dort die ersten drei Stunden kostenlos, dann werden je halbe Stunde 70 Cent und maximal 11,20 Euro fällig. Bis 6 Uhr beträgt der Höchstbetrag 5 Euro, bis 9.30 Uhr kostet jede halbe Stunde 70 Cent.

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