Für Parker nur Asphalt

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Nicht überall auf dem Wilhelmsplatz wird Pflaster verlegt. Im südlichen Teil, der als reine Parkfläche dient, soll Asphalt genügen. Das gefällt nicht jedem, sei aber von Anfang an so vorgesehen gewesen, wehrt die Stadt Kritik ab.

Offenbach ‐ Vermutlich ist es mittlerweile so eine Art Hassliebe, welche die Kritiker des Wilhelmsplatz-Umbaus zu dem neuen Pflaster entwickelt haben, das bereits große Teile des Markt- und Kommunikations-Areals im Herzen der Stadt ziert. Von Matthias Dahmer

Das könnte vielleicht erklären, warum derzeit jener Teil des Platzes die Gemüter bewegt, der nicht mit den umstrittenen Steinen bestückt wird. Konkret: Der südliche, für die parkenden Autos reservierte Abschnitt, der im vergangenen Jahr wegen der unerlaubten Exekution mehrerer Kastanienbäume traurige Berühmtheit erlangte.

Die ersatzweise nun mit Eschen bepflanzte Dauerparkzone wird im Gegensatz zum restlichen Platz komplett mit einer Asphaltdecke überzogen. „Eine Fläche wie vorm Discounter“, mäkeln die üblichen Verdächtigen. Das sei doch auf den städtischen Flyern und im Animationsfilmchen auf den Internet-Seiten der Stadt ganz anders dargestellt. Tatsächlich führt der virtuelle Rundgang über den neuen Platz auch im Süden über gepflasterte Parkflächen.

Stadtsprecher Matthias Müller erklärt das ein wenig ausweichend und sinngemäß mit einer Art künstlerischer Gestaltungsfreiheit bei Erstellung des Streifens. Was für ihn alleine zählt, ist aber das, was im Grundsatzbeschluss zum Platzumbau steht und was „von Anfang an auch immer so kommuniziert wurde“: Dass nämlich für den Süden Asphalt beschlossen wurde. Die nördliche Fläche vor dem Markthäuschen ist künftig gepflasterte, parkfreie Zone, der Belag des Mittelteils beseht aus Pflastersteinen und asphaltierten Parkflächen. Insgesamt 98 Parkplätze, so Müller, gibt’s künftig auf dem Wilhelmsplatz und drumherum.

Noch unklar ist, ob die neuen, den Platz erhellenden Lampen, mit Pollern versehen werden. Grund der Überlegung: Mindestens drei von ihnen machten bereits Bekanntschaft mit Pkw-Stoßstangen, sind dadurch in Schieflage geraten. Stadtsprecher Müller schiebt das auf den Umstand, dass die Marktbeschicker mit beengten Platzverhältnissen auskommen mussten. Außerdem werde man im Nordteil künftig nicht mehr parken können.

Und wenn demnächst auf dem südlichen Wilhelmsplatz die Lampen auch angerempelt werden? „Dann müssen wir uns etwas überlegen“, meint Matthias Müller.

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