Parkplätze

Bald löhnen am Mainufer?

Offenbach - Ein Areal, auf dem 670 Autos Platz haben. Direkt am Fluss, nicht weit von der Innenstadt entfernt. Das weckt Begehrlichkeiten. Von Matthias Dahmer

Weshalb der Mainuferparkplatz neben seiner Funktion als kostenlose Stellfläche und traditioneller Volksfest-Standort in jüngster Vergangenheit immer wieder mal als Piste für illegale Autorennen genutzt wird. Und künftig vielleicht für – legale – automobile Nutzer gebührenpflichtig werden könnte.

Aber der Reihe nach: Am Anfang steht am Donnerstagabend im Stadtparlament ein Antrag der FDP, wonach der Mainuferparkplatz zur Eindämmung der nächtlichen Raserei doch beleuchtet und mit sogenannten Bodentellern bestückt werden könnte. Unabhängig davon bekräftigen die Liberalen in einem eher harmlosen Nachsatz, dass sie gegen eine Bewirtschaftung des Parkplatzes, also gegen eine Gebührenpflicht sind. Was den ordnungspolitischen Aspekt des FDP-Vorstoßes angeht, signalisiert die Mehrheitskoalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern ein gewisses Verständnis. Das bekomme man mit verstärkten Kontrollen schon in Griff, wird den freien Demokraten bedeutet.

Kostenloser Parkplatz ist „gewisse Verschwendung“

Das liberale Plädoyer für Gebührenfreiheit stößt aber besonders bei den Grünen auf Widerspruch. Eine so große Fläche als kostenlosen Parkplatz vorzuhalten, stelle eine „gewisse Verschwendung“ dar, sei ein „Fossil aus einer anderen Zeit“, meint Edmund Flößer-Zilz. Sein Vorschlag: Entweder zum Teil begrünen oder bewirtschaften. Weil sich die Stadt Ersteres nicht leisten könne, bleibe nur die Einführung einer Gebührenpflicht, was im Übrigen der Kommunalaufsicht gefallen würde. Flößer-Zilz rechnet gleich vor: Bei nur einem Euro Gebühr seien pro Jahr 290 000 Euro für die Stadt zu holen.

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Vergeblich betonen die Fraktionschefs Oliver Stirböck (FDP) und Peter Freier (CDU) die Bedeutung des kostenlosen Angebots für die Kundschaft des innerstädtischen Einzelhandels sowie fürs Kulturkarree und für die Capitol-Besucher. Freier weist zudem auf eine pikante Verknüpfung hin. So soll die für die Entwicklung des unmittelbar angrenzenden Hafenviertels zuständige Stadtwerke-Tochter OPG einem möglichen Betreiber eines Parkhauses im Hafen versprochen haben, dass das Mainufer kostenpflichtig wird. „Es kann nicht sein, dass eine SOH-Tochter Absprachen trifft, welche für die Stadt einen Rattenschwanz an Problemen mit sich bringen“, so Freier.

Peter Schneider, Fraktionschef der Grünen und künftiger Bürgermeister, hält das nicht für konfliktträchtig. Im Gegenteil: Es sei „wirtschaftlicher Unfug“, wenn 150 Meter vom gebührenpflichtigen Hafen-Parkhaus mehrere hundert kostenlose Parkplätze angeboten würden. Im Übrigen handele es sich bei den Nutzern des Mainuferparkplatzes überwiegend um Pendler und nicht um Kunden des Einzelhandels.

Rubriklistenbild: © Schönemann/pixelio.de

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