Parkplatz war kein Magnet

+
Nicht viele Besucher fanden den Weg zum Maimarkt. Schuld daran war nach Meinung des Veranstalters wieder mal die Presse: Unsere Zeitung hatte berichtet, nachdem sich Anwohner über den Rummel vor ihren Häusern beschwert hatten.

Offenbach ‐ Weniger Menschen als erhofft besuchten den 2. Offenbacher Maimarkt, der vom Donnerstag bis zum Sonntag dauerte. Zeitweilig blieben die Betreiber von Karussellen, Würstchenbuden, Wein- und Bierständen weitgehend unter sich. Von Stefan Mangold

Die wenigen Besucher, die über den Parkplatz am Sportzentrum auf der Rosenhöhe schlenderten, wirkten verloren. Anstehen musste jedenfalls niemand, um einen Nierenspieß zu ergattern oder eine Runde mit dem Autoscooter zu drehen. Das Einzige, was am Freitag für kurze Aufregung sorgte, war ein Hund, der an der Leine seines Besitzers einen Artgenossen im Vorbeigehen lautstark anfiel.

„Uns wurde gesagt, es könnten etwa 35 000 Besucher kommen,“ zeigt sich ein Betreiber frustriert und verärgert. Bei schlechtem Wetter, klar, da komme keiner. Doch das könne nicht der Grund sein, dass am Donnerstag überhaupt keiner vorbeigeschaut habe. Schließlich konnte an diesem Tag das Wetter kaum besser sein. Am Freitag ein ähnliches Bild. Und auch am Samstag, 1. Mai, blieben die Schausteller unter sich. „Als sei die Pest ausgebrochen“, sagt einer am Nachmittag.

Husaren von 1984 als Veranstalter

Seinen Namen wollte keiner der Angesprochenen in der Zeitung finden. „Finanziell ist das hier ein Desaster“, lautet der einhellige Tenor. Zu den fehlenden Einnahmen kämen die laufenden Kosten. „Die Standgebühren müssen wir dennoch in voller Höhe begleichen.“ Von den Kosten für den Aufbau und die Angestellten ganz zu schweigen. „Außerdem gibt es hier Anwohner, die uns nicht haben wollen.“

Von denen erzählt Marktmeister Alois Erkrath, der schon im vergangenen Jahr den ersten Maimarkt an der Straße „Auf der Rosenhöhe“ organisiert hatte - damals in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Tennisclubs Rosenhöhe, doch der überwarf sich wegen finanzieller Ungereimtheiten mit Erkrath.

Diesmal traten die Husaren von 1984, ein Karnevalsverein, als Veranstalter auf den Plan. Auch vor einem Jahr liefen die Geschäfte mäßig bis lausig „weil wir drei Regentage hatten.“ Einige Händler von damals „bewarben sich dennoch wieder für einen Standplatz.“

Für die schlechten Besucherzahlen an den überwiegend regenlosen Tagen macht Erkrath „die negative Berichterstattung im Vorfeld“ verantwortlich. Anwohner hatten sich über das anstehende Fest beschwert und an unsere Zeitung gewandt, die darüber berichtete. „Die boykottieren uns in der Gegend“, vermutet der Betreiber eines Fahrgeschäftes. Was allerdings nicht viel ausmachen dürfte, denn im bürgerlichen Wohngebiet auf der Rosenhöhe gibt es ohnehin nicht all zu viele Jungen und Mädchen, die sich in einen Autoscooter oder ein Hüpftrampolin setzen. „Unser Geschäft sind Kinder und Jugendliche“ sehen das die Betreiber ähnlich, „doch die kommen nicht hierher“.

Nächste Veranstaltung: 17. bis 20. Juni

Alois Erkrath erzählt noch vom Hessischen Rundfunk, den am Donnerstag einer der Nachbarn gerufen habe. Die Reporter hätten in dessen Garten die Dezibel gemessen. „Was die gemessen haben, sind falsche Zahlen,“ meint Erkrath. Anschließend sei das Ordnungsamt gekommen und habe festgestellt, „dass wir im gesetzlich erlaubten Rahmen liegen.“ Auch habe es Vorwürfe gegeben, „wir hätten den Nachbarn die Türen in den Gartenmauern zugestellt.“ Erkrath bestreitet das nicht. „Doch auf dem Plan der Stadt sind keine Türen vermerkt.“ Er habe den Plan mit eingezeichneten Aufbauten vorher einreichen müssen. „Die Genehmigung war kein Problem.“

Die nächste Veranstaltung an selbiger Stelle soll vom 17. bis zum 20. Juni dauern, mit dem „Markt der Biere“. Wenn der ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt findet, erledigt sich der Disput über den Parkplatz als Festplatz von selbst.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare