„Partnerschaft ist Begegnung“

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Zur Besiegelung der Städtepartnerschaft zwischen Kawagoe und Offenbach gehört der Geschenkeaustausch. Hier bekommt Bürgermeisterin Birgit Simon von Oberbürgermeister Yoshiaki Kawai ihr Mitbringsel.

Offenbach ‐ Vor einigen Tagen erst spielte die Offenbacher Pianistin Elena Kotschergina im Rathaus vor Besuchern aus ihrer Geburtsstadt Orjol. Diesmal bot sie Haydn und Mozart für Gäste aus einer noch weiter entfernten Partnerstadt. Von Lothar R. Braun

Im Stadtverordnetensaal wurde unter der Fahne des Kaiserreichs Japan die 1983 begründete Verschwisterung mit Kawagoe erneuert. 27 Bürger aus Kawagoe hielten sich dazu zwei Tage lang in Offenbach auf.

Es war eine hochrangig besetzte Delegation. Oberbürgermeister Yoshiaki Kawai erinnerte daran, dass seinerzeit sein Vater im selben Amt die Urkunde mit dem damaligen Offenbacher OB Dr. Walter Suermann unterzeichnete. Den Ruheständler Suermann begrüßten Kawai und Bürgermeisterin Birgit Simon denn auch besonders herzlich zu dieser Feierstunde.

Hidehira Nakajara steht dem Stadtparlament von Kawagoe vor. Wie der Partnerschafts-Beauftragte Masao Tachihara äußerte er den Wunsch nach noch mehr Begegnungen zwischen Bürgern beider Städte. Für ihre Ansprachen hatten die japanischen Gäste die Eingangsformeln in Deutsch eingeübt. Für das Weitere konnten sie sich einer mitgereisten Dolmetscherin bedienen.

Birgit Simon schilderte die Anfänge dieser Beziehung

Sie war angeregt worden von den damals in beiden Städten aktiven Unternehmen Hoechst AG und Honda. Erwähnung fand dabei der frühere Handelskammer-Präsident Alois Bromkamp, der mit seiner japanischen Ehefrau eine Stiftung für den Austausch von Studenten gründete. Die Stadtverwaltungen haben das durch den Austausch von Schülern und durch sportliche Begegnungen erweitert.

Abermals ergänzt haben das die Industrie- und Handelskammern in Offenbach und Kawagoe durch den Austausch von Praktikanten. Darauf wies Kammerpräsident Alfred Clouth hin. Bisher 15 mal konnten auf diese Weise deutsche Praktikanten Japan kennenlernen und junge Japaner die deutschen Verhältnisse. „Partnerschaft lebt nicht von Verträgen, sondern von Begegnungen“, sagte Clouth.

Ein Geschenkeaustausch zwischen Gästen und Gastgebern leitete über zur feierlichen Unterzeichnung der Urkunde, mit der die Verschwisterung erneuert wird. Birgit Simon kann sich seitdem über eine Tischuhr freuen, sie ist in Lack mit Intarsien eingebettet. Stadtverordnetenvorsteher Erik Lehmann darf sein Büro mit einem Wandteller schmücken, der altjapanische Motive zeigt.

Die Gäste im Alter zwischen 16 und 76 Jahren hatten Offenbach nach einem Besuch der bayrischen Königsschlösser erreicht. In Offenbach bot ihnen der frühere Stadtarchivar Hans-Georg Ruppel eine Stadtführung.

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