Komplettverkauf samt Privatisierung?

Partnersuche für Klinikum vor dem Aus

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Das Klinikum in Offenbach ist hochverschuldet und sucht einen Partner: Private als auch öffentliche Interessenten konnten sich melden.

Offenbach (tk) - Offenbachs Magistrat berät heute über ein Ende des sogenannten Markterkundungsverfahrens. Die Stadtverordneten sollen dann am Donnerstag das Aus für diese Form der Suche nach einem Partner für das hochverschuldete und defizitär arbeitende Krankenhaus beschließen.

Gleichzeitig will man sich für die Teilnahme an der Initiative des hessischen Sozialministers zur Gründung eines kommunalen Krankenhausverbunds aussprechen.

Das europaweite Verfahren war der Stadt im Frühjahr vom Regierungspräsidenten verordnet worden. Sowohl private als auch öffentliche Interessenten konnten sich melden. Nach Informationen unserer Zeitung sind von ursprünglich 15 Bewerbern fünf übrig geblieben – zwei private und drei kommunale (Hanau, Darmstadt, Hochtaunuskreis). Bei allen Angeboten aber, so ist in einem nicht-öffentlichen Papier aus der Kämmerei zu lesen, stelle sich die Stadt hinsichtlich ihres Vermögens letztlich deutlich schlechter, als wenn sie das Klinikum nach Aufspaltung in eine Besitz- und eine Betriebsgesellschaft selbst in der Hand behielte („Stand-alone-Variante“). Die wohl gescheiterte Brautschau lohnte sich indes für die Berater: Insgesamt 767.000 Euro flossen bislang als Honorar.

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Beschließt der Magistrat wie zu erwarten, zerstreut das erst einmal Befürchtungen, dieses offene Markterkundungsverfahren könne in einen Komplettverkauf samt Privatisierung münden. Bürgermeister Peter Schneider, der Krankenhausdezernent, macht aber deutlich: „Die Stand-alone-Variante ist keine dauerhafte Lösung, es muss weiter nach Kooperationen geschaut werden. Also wird Offenbach mit ganzer Energie an der Landesinitiative zur Gründung einer Klinik-Holding in öffentlicher Hand mitarbeiten.“

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