Party am Unfallort gefeiert

Offenbach (mad) - Ein 20-jähriger Angeklagter zeigt sich erst vor Gericht zerknirscht: Dabei hatte er eine Party am Unfallort gefeiert.

Er ist nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen, der 20-Jährige aus dem Kreis Offenbach. Sowohl bei dem von ihm verursachten Unfall als auch vorm Amtsgericht Offenbach, vor dem er sich wegen seines Übermuts zu verantworten hatte. Was war geschehen ? Der 20-Jährige hatte sich an einem Novemberabend 2010 mit seinem gleichaltrigen Freund auf den Weg zur Disco MTW in Offenbach gemacht.

Die Stimmung im nagelneuen Audi A 3, den der Angeklagte von seinem Vater geschenkt bekommen hatte, war bestens. Nicht zuletzt, weil man hoffte, im MTW Mädels abschleppen zu können.

Dort wurde ihnen aber der Zutritt verwehrt, weil sie nicht nachweisen konnten, dass sie bereits mindestens 18 Jahre alt sind. Pech für die beiden: Sie hatten weder Ausweise noch Führerscheine bei sich.

Frustriert fuhr das Duo nach Sachsenhausen, wo es mit den Mädels auch nicht so klappte. Dafür aber mit dem Alkohol, dem der Angeklagte auch noch einen Joint folgen ließ. In den frühen Morgenstunden wollten die beiden jungen Männer dann noch zu einer anderen Lokalität in Frankfurt-Ginnheim.

Der 20-Jährige setzte sich mit etwa zwei Promille hinters Steuer und landete schließlich in Ginnheim mit seinem Wagen in einer Leitplanke. Das Auto war nur noch ein Schrotthaufen, die beiden Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Spontanparty am Unfallort

Der währte indes nicht besonders lange. Die Unfallfahrer riefen wohl aus guten Gründen nicht die Polizei, sondern einen Abschleppdienst. Als dieser am Unfallort eintraf, waren die beiden schon wieder bestens gelaunt und - das Leben ist halt kurz - feierten mit zwei jungen Männern aus Ginnheim, die wohl zufällig am Unfallort vorbeigekommen waren, eine Spontan-Party.

Der Abschlepp-Unternehmer rief angesichts der sich ihm bietenden Szene dann doch die Polizei. Gegenüber den Polizisten gab der Angeklagte sich auch gleich als Fahrer zu erkennen. Auf die Frage des Beamten, warum sie hier um 5.30 Uhr eine Party feiern würden, obwohl sie gerade einen Pkw zu Schrott gefahren hätten, gab der 20-Jährige an, dass alles nicht so schlimm sei.

Das Auto habe sowieso sein Vater bezahlt. Er ließ auch durchblicken, dass der Vater im Geld schwimme und ihm sicher ein neues Auto kaufen werde.

Vor Richter Manfred Beck zeigte sich der Angeklagte dann aber recht zerknirscht. Jetzt erst wurde ihm klar, dass er eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung machen muss, um wieder an einen Führerschein zu kommen und alkohol- und drogenfrei leben muss, um eine Chance zu erhalten, ihn nochmals zu machen.

Der Mann war erst wenige Wochen vor dem schweren Unfall mit Haschisch im Blut am Steuer eines Pkw angehalten worden und musste eine Geldbuße von 500 Euro bezahlen.

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