Pass und Geld falsch

Offenbach (mad) - Mit einer milden Strafe kam ein 37-jähriger Serbe davon, den die Polizei mit einem gefälschten Pass und Falschgeld erwischt hatte. Richter Manfred Beck verurteilte ihn zu 14 Monaten Gefängnis, wobei eine viermonatige Untersuchungshaft angerechnet und der Rest zur Bewährung ausgesetzt wurde

Der Mann konnte den Sitzungssaal dennoch nicht als freier Mann verlassen: Das Ausländeramt nahm ihn in Haft, um ihn nach Serbien abzuschieben. Der 37-Jährige war am 27. Dezember 2011 von der Polizei an der Kaiserstraße kontrolliert worden. Er gab an, er sei Bulgare und damit EU-Bürger. Als er seinen Pass vorzeigen sollte, holte er auch einen bulgarischen Pass heraus, wühlte aber zugleich mit der anderen Hand in seiner Hosentasche und warf fünf 50-Euro-Scheine weg. Auf das auf der Straße liegende Geld angesprochen, sagte der Kontrollierte, dies sei nicht sein Geld. Eine nähere Untersuchung seines Passes ergab, dass es sich um eine gut gemachte Fälschung handelte. Auch die Geldscheine waren gefälscht. Der Serbe wanderte in Untersuchungshaft.

Vor Richter Beck gab der Mann an, er sei wegen der schlechten Lage in seinem Land nach Deutschland gekommen, um dort auf dem Bau zu arbeiten. Das habe er vor einigen Jahren illegal schon einmal getan, sei dann aber festgenommen und abgeschoben worden. Deshalb habe er sich den gefälschten bulgarischen Pass in Serbien gekauft und sei im Sommer 2010 wieder nach Deutschland gekommen. Im vergangenen Jahr, als es ihm finanziell schlecht gegangen sei, habe er in einer Kneipe sein Schicksal einem anderen Mann geschildert, der ihm aus Mitleid das Falschgeld, das er als solches auch bezeichnete, zugesteckt habe. Kurze Zeit später sei er schon von der Polizei kontrolliert worden.

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass das Falschgeld höchstwahrscheinlich in Südeuropa gedruckt wurde. Es wird laut Polizei in Deutschland in Gaststätten zum Kauf angeboten, wobei bei guter Qualität durchaus zehn echte Euro für 50 falsche den Besitzer wechseln.

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