Marktbummel

Das Gemüse des Jahres

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Die Pastinake ist der neue deutsche „Superstar“ in internationalen und nationalen Kochtöpfen.

Offenbach - „White King“, „Gladiator“ und „Aromata“ sind keine neuen Kinofilme großer Hollywood-Regisseure, sondern Sorten des Gemüses des Jahres, der Pastinake. Von Ramona Poltrock

Die wohl bekannteste Sorte ist die „Halblange Weiße“, die aussieht wie ein kleiner Rettich oder eine große Petersilienwurzel. Doch was steckt hinter dem Gemüse, das der „Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt“ sogar zur Gemüsepflanze der Jahre 2011 und 2012 gekürt hat und stellvertretend für viele vergessene Kulturpflanzenarten und -sorten als Logo verwendet?.

In Deutschland gibt es Pastinaken seit dem Mittelalter. Damals hieß sie noch Hammelmöhre oder Hirschmöhre und diente vorwiegend als Futtermittel. In Irland und England hingegen wusste man das aromatische Gemüse zu verwenden: Man braute Bier und trank Pastinakenwein. Nach und nach verdrängten Kartoffeln und Möhren die Kulturpflanze aus vielen europäischen Ländern. Erst zu Kriegszeiten kam die Rübe gezwungenermaßen auch wieder in deutsche Kochtöpfe.

Umfrage zum Wochenmarkt

Der Offenbacher Wochenmarkt erfreut sich großer Beliebtheit. Zahlreiche Menschen kommen dienstags, freitags und samstags auf den Wilhelmsplatz - wir haben nachgefragt, was den Markt so besonders macht.

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Das unkomplizierte Gemüse wird von Oktober bis März geerntet und benötigt weder viel Licht noch viel Regen. Auch wenn beides in Massen vorhanden ist, macht das der Rübe nichts aus. Auf dem Wochenmarkt ist die dicke, weiße Knolle momentan nur selten zu finden, doch bekannt ist sie bei Händlern und Kunden immer mehr.

Ein Grund für die zunehmende Bekanntheit der 25 Zentimeter langen Wurzel könnten die Medien sein. Dank Jamie Oliver und Co. feiert das aromatische Gemüse sein Comeback. Es gibt zahlreiche Kochzeitschriften und Kochsendungen, in denen ausgebildete Köche oder (adlige) Landfrauen Pastinaken verwenden. Wenn das Gemüse dort verwenden wird, will jeder den neuen „Superstar“ der Kochszene haben. Das merken auch die Händler: „Pastinaken verkaufen sich sehr gut, schließlich lässt sich vieles damit zubereiten“, sagt Tina Müller vom Gemüsestand „Querbeet“.

Ob gekocht oder gebacken, mit der Rübe lassen sich viele leckere Gerichte zubereiten. Tina Müller verwendet das Gemüse gerne selbst für Püree oder Suppen. Aber auch gebacken schmeckt es gut. „Ich schneide die Pastinake einfach in Scheiben, lege sie in den Ofen und lasse sie backen – wie Ofenkartoffeln.“

Zusammen mit Nüssen, Äpfeln und geraspelten Karotten macht sich die Pastinake auch toll als Salat. Dabei kommen sich die beiden Rüben nicht nur geschmacklich sehr nahe. „Pastinaken schmecken wie Karotten, nur viel süßer und ein bisschen mehliger“, erklärt die 50-Jährige. Die Ähnlichkeit zur Karotte rührt zudem daher, dass beide Doldengewächse sind, roh gegessen werden können und gleich behandelt werden. Vor Zubereitung sollten Pastinaken daher auch dünn geschält werden.

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